Kommentar zu Kooperation in der Corona-Krise

Monitoring als Win-win-Modell

Schleswig-Holstein zeigt, dass Kooperation in der Corona-Pandemie auch ohne Zwangsrekrutierung klappt. Den Nutzen haben Patienten und Kliniken.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

COVID-19-Patienten gehören isoliert und überwacht. In der öffentlichen Diskussion wurde darüber vor allem in Zusammenhang mit den schweren Fällen diskutiert und die Krankenhäuser bauten entsprechende Strukturen auf.

Was aber ist mit den Patienten, die nicht stationär aufgenommen werden müssen? Auch das ambulante System benötigt dafür Lösungen, die es bislang nicht gab, weil sie nicht erforderlich waren.

In den vergangenen Wochen mussten für die Einrichtung eines ambulanten Monitorings viele Fragen beantwortet werden: Wer ist für die Überwachung zuständig, wie tauscht man die erhobenen Daten aus, wie geschieht dies sicher und wie schafft man es, dass keine der beteiligten Gruppen überstrapaziert und damit gehindert wird, ihrer Kernaufgabe nachzukommen?

Fest steht: Niedergelassene Ärzte können für solche Aufgaben nicht einfach zwangsrekrutiert werden. Nicht jeder Praxisablauf erlaubt solche zusätzlichen Aufgaben. Dass sich bei dem aufgebauten Monitoring in Schleswig-Holstein dennoch rund ein Drittel der Hausärzte beteiligen zeigt, dass die Praxen das Monitoring als sinnvoll erachten und die damit einhergehende Zusatzarbeit ihnen die Routineversorgung nicht erschwert.

Nutznießer des Monitorings sind in erster Linie die Patienten, die engmaschig überwacht im häuslichen Umfeld bleiben können. Das Zusatzangebot mit pneumologischem Hintergrunddienst und einem Besuchsdienst durch Anästhesisten gibt den Patienten eine hohe Sicherheit, die sie sonst vielleicht zu früh im Krankenhaus suchen würden.

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Damit hilft das Monitoring auch den Kliniken, die ihre Ressourcen für die wirklich schweren Fälle schonen und sich ebenfalls wieder ihren Routineaufgaben widmen können.

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