Kritik an Koalitionsplänen

Verbraucherschützer wenden sich gegen kommerzielle Arztterminvermittlung

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält nichts von der Idee, private Anbieter von Online-Terminen beim Arzt zu fördern – Beitragsgelder gehörten sinnvoller eingesetzt.

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Per Mausklick Termin buchen? Verbraucherschützer kritisieren Pläne für eine Zusatzvergütung bei kommerzieller Arztterminvermittlung.

Per Mausklick Termin buchen? Verbraucherschützer kritisieren Pläne für eine Zusatzvergütung bei kommerzieller Arztterminvermittlung.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Berlin. Verbraucherschützer haben sich gegen die Vermittlung von Arztterminen über Privatanbieter ausgesprochen. „Ein Geschäftsmodell, das bereits funktioniert, muss nicht zusätzlich subventioniert werden, zumal es sich hier um Geldmittel der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler handelt“, sagte der Leiter des Teams Gesundheit und Pflege beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Thomas Moormann, am Dienstag.

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Patientinnen und Patienten, die einen Arzttermin benötigten, nutzten dafür bereits immer häufiger digitale Angebote, betonte Moormann. Sie ersparten sich dadurch mitunter lange Wartezeiten. Problematisch sei, dass bei kommerziellen Terminvermittlungsdiensten der Umgang mit schützenswerten Daten zum Gesundheitszustand oft unklar und für den Einzelnen schwer zu durchschauen sei.

„Klare gesetzliche Vorgaben nötig“

Damit die Online-Vermittlung für einen Termin beim Haus- oder Facharzt „schnell, bequem und gleichzeitig sicher für die Patientinnen und Patienten“ von statten gehe, brauche es klare gesetzliche Vorgaben und Standards für die Terminvermittlung über private Anbieter, forderte der vzbv-Experte. Dazu gehöre etwa das generelle Verbot von Tracking, Werbung und Registrierungspflicht. Auch dürfe niemand mangels Alternativen in die Online-Terminvermittlung gezwungen werden.

Sinnvoller als die Förderung kommerzieller Angebote wäre eine Weiterentwicklung des Online-Angebots der Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen, so Moormann. Denkbar sei eine direkte Anbindung der 116117 an die Terminvermittlung in den Arztpraxen, schlug Moormann vor.

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In der Ampel gibt es Überlegungen für eine finanzielle Förderung von Arztpraxen, die private Online-Terminvermittlungsdienste nutzen. Geregelt werden könnte dies über eines der von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigten „Versorgungsgesetze“. Zuletzt hatten sich auch mehrere Ärzteverbände gegen eine Terminvergabe über Privatanbieter positioniert. (hom)

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