Debeka-Chef kritisiert systematische Schwächung der PKV

KOBLENZ (iss). Die Debeka hat 2007 ihre Position als Marktführer in der privaten Krankenversicherung (PKV) weiter ausgebaut.

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Zwar schlug bei ihr wie in der Branche insgesamt die Drei-Jahres-Frist für den Wechsel von der GKV in die PKV negativ zu Buche, dennoch schnitt die Debeka in diesem Feld erneut besser ab als die Konkurrenz.

2007 erhöhte sich der Bestand an Vollversicherten bei allen Versicherern um 60 000 Personen. Davon entfielen knapp 24 000 auf die Koblenzer Gesellschaft. "Damit hat die Debeka Kranken einmal mehr den höchsten Zuwachs der Branche", sagte der Vorstandsvorsitzende Uwe Laue. Insgesamt hatte der Verein Ende 2007 2,05 Millionen Vollversicherte. Das seien mehr als bei DKV, Allianz und Signal-Iduna zusammen, so Laue. "Fast jeder vierte Privatversicherte ist bei der Debeka krankenversichert."

Mit 1,7 Millionen stellen Beamte den allergrößten Teil der Vollversicherten. Die Debeka wachse aber nicht nur in diesem Segment, sagte Laue. Der Nettozuwachs von 24 000 teile sich auf auf 13 700 Beamte und über 10 000 Angestellte und Selbstständige. Laue kritisierte den erschwerten Zugang für Angestellte zur PKV. Dadurch habe der Zuwachs an Vollversicherten 2007 deutlich unter den 42 600 von 2006 gelegen. Der Debeka drohe wie der gesamten Branche bei der Gruppe der Arbeitnehmer ein Bestandsverlust - Ergebnis einer systematischen Schwächung der PKV durch den Gesetzgeber.

Die Prämieneinnahmen legten 2007 vergleichsweise bescheiden um 1,8 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu. "Die Beitragssteigerung konnte fast ausschließlich durch Neuzugänge realisiert werden, während das vom PKV-Verband angegebene Wachstum der Branche von 3,4 Prozent überwiegend aus Beitragsanpassungen resultierte", sagte Laue.

Bei den Versicherungsleistungen verzeichnete die Debeka einen Anstieg um 2,7 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Das stärkste Plus gab es bei den Arzneimitteln mit 7,6 Prozent. Für die ambulante Arztbehandlung gab der Versicherer 6,3 Prozent mehr aus als 2006. Im stationären Bereich habe sich die Entwicklung wegen der Fallpauschalen (DRG) beruhigt, sagte Vorstand Roland Weber. Solche Komplexpauschalen wünsche man sich auch für den ambulanten Bereich. Mit Kapitalanlagen in Höhe von 20,0 Milliarden Euro (plus 10,7 Prozent) erwirtschaftete die Debeka Kranken Erträge in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, 12,3 Prozent mehr als 2006.

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