Direkt zum Inhaltsbereich

Urteil

Medizinalhanf nicht immer Kassensache

Ist eine Cannabistherapie bekömmlicher als der Standard, muss die Kasse dennoch nicht zahlen.

Veröffentlicht:

KÖLN. Krankenkassen müssen eine Cannabistherapie nicht allein deshalb finanzieren, weil sie für Versicherte besser bekömmlich ist als die Standardtherapien. Das hat das Sozialgericht Düsseldorf (SG) in einem aktuellen, nicht rechtskräftigen Beschluss entschieden.

Ein 67-jähriger schwerbehinderter Mann mit Polyarthritis und Morbus Bechterew wollte die pronova BKK per Eilantrag dazu verpflichten, die Kosten für eine Cannabisbehandlung zu übernehmen. Er hatte zuletzt rund 2100 Euro für zwei Monate bezahlen müssen. Der Versicherte argumentierte damit, dass er seit Beginn der Therapie keine Krankheitsschübe mehr gehabt habe und weniger Nebenwirkungen als unter der Standardtherapie.

Die Kostenübernahme für Cannabis setze voraus, dass bei schwerwiegender Erkrankung keine anerkannte Behandlung zur Verfügung steht oder sie nach Einschätzung des behandelnden Arztes für einen Patienten nicht in Betracht kommt, entschied das SG. Das sei hier nicht der Fall. So stünden dem Kläger den medizinischen Standards entsprechende Leistungen wie die Therapie mit MTX oder mit Immunsuppressiva zur Verfügung.

Unter Berücksichtigung des medizinischen Fortschritts könne nicht angenommen werden, dass bei dem Mann alle aktuellen Behandlungsoptionen ausgeschöpft seien, so die Richter. (iss)

Sozialgericht Düsseldorf Az.: S 27 KR 698/17 ER

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst

Lesetipps
Ausgestreckte Hand gegenüber einer Impfspritze.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Patient ist nach akuter myeloischer Leukämie in Remission – welche Impfung ist ratsam?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Patient ist nach akuter myeloischer Leukämie in Remission – welche Impfung ist ratsam?

Nahaufnahme einer Ärztin, die die Schilddrüse einer Patientin mit einem Ultraschallgerät untersucht.

© [M] artem_goncharov / stock.adob

Best-Practice-Empfehlungen

Erhöhtes Schilddrüsenkrebs-Risiko unter GLP-1-RA-Therapie?