Kommentar

Patientenvoten im Steilflug

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:

Keine Frage, Arztbewertungsportale haben sich in den vergangenen zehn Jahren ihren Stellenwert vor allem bei Patienten erarbeitet. Mit teils fast pathologischer Distanzlosigkeit werden aber Patientenvoten von vielen Nutzern der Plattformen für bare Münze genommen.

Unter Qualitätsgesichtspunkten mutet das – gelinde gesagt – fast schon krude an. Sicher können sich die Patienten ein Urteil zur Freundlichkeit des Praxisteams erlauben – aber wie sieht das in puncto medizinischer Kompetenz und Exzellenz aus? Letztere sollten beim Versorgungsgeschehen im Fokus stehen.

"Arztbewertungen sind ein geeignetes Mittel, um mehr Transparenz über die Qualität der medizinischen Versorgung zu schaffen." Dieser Aussage stimmten in einer aktuellen Befragung unter Nutzern einer Arztbewertungsplattform 88 Prozent der Patienten und immerhin 58 Prozent der Ärzte zu.

Fragt sich nur, wo denn die harten Evidenzkriterien für eine solche wissenschaftliche Bewertung sind. Durch Momentaufnahmen aus derartigen Studien wird der Blick auf die eigentliche Problematik zu leicht verstellt. Arztbewertungsportale haben sicher ihre Rechtfertigung, wenn es um Informationsbedürfnisse der Patienten geht. Alles andere wäre Kaffeesatzleserei.

Lesen Sie dazu auch: Qual der Wahl: Arztbewertungs-Portale werden immer wichtiger

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