Rx-Preisbindung

SPD pro Boni und Rabatte in Maßen

Veröffentlicht:

BERLIN. In der Diskussion um ein Verbot des Rx-Versands hat die SPD jetzt gleichsam offiziell ihre Position abgesteckt: Statt eines Verbots fordert Gesundheitsexperte Edgar Franke "Rahmenbedingungen für Boni und Rabatte". Außerdem sollten "Beratungsleistungen, durch die sich klassische Apotheken auszeichnen, besser honoriert werden als bisher", heißt es in einer am Freitag lancierten Presseerklärung des SPD-Abgeordneten aus Nordhessen.

Franke ist auch Vorsitzender des Bundestags-Gesundheitsausschusses. Ähnlich hatte sich zuvor bereits Frankes Fraktionskollege Karl Lauterbach geäußert.

Der zu Wochenbeginn bekannt gewordene Gesetzentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium, wonach der Versandhandel künftig nur noch mit OTC-Medikamenten und Tierarznei erlaubt sein soll (wir berichteten), führe zu einem langwierigen Notifizierungsverfahren bei der EU-Kommission mit ungewissem Ausgang, kritisiert Franke. "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint!"

Die Bürger wollten auf "die Möglichkeiten des Versandhandels im digitalen Zeitalter nicht mehr verzichten. Diese Entwicklung ist unumkehrbar", so der SPD-Gesundheitspolitiker. Zwar konzediert auch Franke, dass nach der Entscheidung des Europäischen Gerichthofes, ausländischen Versandapotheken Rezeptboni zu erlauben, ein Preiswettbewerb drohen könnte, der "einige Apotheken in ihrer Existenz bedroht".

Angemessener jedoch als ein Verbot des Rx-Versands sei, darauf mit sozialrechtlich definierten Rahmenbedingungen für Boni und Rabatte zu reagieren, "um einen fairen Wettbewerb von niedergelassenen Apotheken und Versandapotheken zu gewährleisten". Terminologisch liegt die SPD damit auf Linie der Liberalen, die gleichfalls für einen fairen Wettbewerb zwischen stationären und Versandapotheken plädieren. (cw)

Mehr zum Thema

Unternehmen

Wirtschaftliche Cannabis-Verordnung mit Stada

Ambulante Versorgung

COVID-Therapie: Rezepte auf fünf Tage befristen!

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nicht jeder führt sich den Beipackzettel gerne zu Gemüte. Ist aber doch wichtig zu wissen, wann ein Medikament kontraindiziert ist.

© Dan Race / stock.adobe.com

Unterschiedliche Fachinformationen

Oftmals abweichende Gegenanzeige trotz wirkstoffgleicher Arzneimittel

Die Frustration über die fehleranfällige Digitalisierung hat bei Ärztinnen und Ärzten im vergangenen Jahr zugenommen, zeigt das am Freitag veröffentlichte „Praxisbarometer Digitalisierung“ der KBV.

© baranq / stock.adobe.com

KBV-Praxisbarometer

Ärzte frustriert: Tägliche TI-Probleme in jeder fünften Praxis