Idee

Makrophagen-Transplantation bei Mukoviszidose

Die Makrophagen-Therapie könnte bei Mukoviszidose eine wichtige Ergänzung zur Modulatoren-Therapie werden, hoffen Forscher.

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BONN. Der Mukoviszidose e.V. hat ein neues Forschungsprojekt in die Förderung aufgenommen. Das Projekt des Teams um Dr. med. vet. Antje Munder, Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Makrophagen-Transplantation für die Therapie bei Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF). Es wird mit 199.570 Euro über drei Jahre gefördert.

Die Erkrankung Mukoviszidose ist ja geprägt von chronischer Entzündung, einem überschießenden Einströmen von Immunzellen aus dem Blut, Ansammlungen zähen Schleims und einem fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion.

Die Lunge von CF-Patienten ist außerdem von anhaltenden oder wiederkehrenden Infektionen mit Keimen wie Pseudomonas aeruginosa betroffen, erinnert die Mukoviszidose Institut gGmbH, eine Tochtergesellschaft des Mukoviszidose e.V., in einer Mitteilung.

Immunzellen mit Gendefekt

Von Bedeutung seien dabei auch unzureichend funktionierende Immunzellen, denn auch sie sind von dem der Erkrankung zugrundeliegenden Gen-Defekt betroffen und bilden defekte CFTR-Kanäle, die ihre Funktion beeinträchtigen können.

Besonders im Fokus der Forscher um Munder sind Makrophagen, denn sie können ja Bakterien aufnehmen und vernichten. Ihre Rolle bei der Mukoviszidose-Erkrankung ist bislang aber nur wenig untersucht.

Obwohl in der jüngsten Vergangenheit durch die Entwicklung und nun auch klinische Anwendung von CF-Modulatoren große Fortschritte in der Mukoviszidose-Therapie erzielt wurden, leiden Patienten noch immer unter schweren chronischen Atemwegsinfektionen, einem fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion und schweren Exazerbationen.

Genau hier soll die Therapie mit Makrophagen ansetzen – als ergänzende Mutations- und Antibiotika-unabhängige Therapie für die Erkrankung, heißt es in der Mitteilung.

In Vorversuchen an einem CF-Mausmodell habe das Forscher-Team bereits gezeigt, dass blutbildende Stammzellen, die aus dem Knochenmark gesunder Spendermäuse gewonnen wurden, nach Transplantation erfolgreich in die Lunge der CF-Mäuse einwanderten und sich dort zu Makrophagen differenzierten.

Therapieansatz entwickeln

Wenn die so behandelten CF-Mäuse dann über die Atemwege mit Pseudomonas aeruginosa infiziert wurden, verlief die Infektion milder als bei Kontrolltieren. Die Ergebnisse in diesem Transplantationsmodell legen nahe, dass die Anwendung gesunder Makrophagen von therapeutischem Nutzen sein kann, um chronische Atemwegsinfektionen bei CF-Patienten zu bekämpfen.

Mit ihrem Projekt wollen die Forscher um Munder einen Therapieansatz für die Applikation von Makrophagen in die Lunge (pulmonale Transplantation von Makrophagen = PMT) entwickeln.

Ziel sei die Herstellung von patientenindividuellen gesunden Makrophagen durch Re-Programmierung und Korrektur von zuvor – etwa aus Blut – entnommenen Zellen, teilt die Mukoviszidose Institut gGmbH mit.

Die korrigierten und zu Makrophagen ausdifferenzierten Zellen könnten anschließend dem Patienten als Therapie wieder verabreicht werden, so dass sie dazu beitragen können, Infektionen der Lunge mit Keimen erfolgreich zu bekämpfen. (eb)

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