Ärzte Zeitung online, 15.06.2015

Rheinland-Pfalz

Diabetes-Nachhilfe für Pädagogen

In Rheinland-Pfalz sollen Pädagogen fit gemacht werden im Umgang mit zuckerkranken Kindern und Jugendlichen. Der Startschuss für das neue Projekt ist am Montag gefallen.

MAINZ. Die rheinland-pfälzische Sozial- und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hat gemeinsam mit Familienministerin Irene Alt (Bündnis 90/Die Grünen) am Montag das Pilotprojekt "Umgang mit chronisch kranken Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen am Beispiel des Diabetes mellitus Typ 1" vorgestellt. Nach Angaben des Ministeriums ist es bundesweit einmalig.

Kern des Projekts: Pädagogen in Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen werden von ehrenamtlich arbeitenden Diabetesteams im Umgang mit diabeteskranken Kindern geschult. Zudem wird den Erziehern gezeigt und erklärt, wie sie die technischen Hilfsmittel korrekt benutzen - etwa für die Blutzuckermessung.

"Jedes Jahr erkranken in Rheinland-Pfalz circa 150 bis 180 Kinder und Jugendliche an Diabetes Typ 1. Es ist wichtig, dass wir ihnen und ihrem Umfeld unterstützend zur Seite stehen", sagte Ministerin Bätzing-Lichtenthäler laut einer Mitteilung.

Ärzte und Hersteller schulen

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben Ende Mai 2015 die Schulungen für die Pädagogen begonnen. Die Seminare werden von zertifizierten Diabetesteams durchgeführt, in denen Ärzte mit Weiterbildung in der Diabetologie eine tragende Rolle spielen.

In Bayer, Medtronic, Roche und Nintamed wurden vier Hersteller bzw. Vertreiber von diabetesspezifischen technischen Hilfsmitteln als Kooperationspartner gewonnen. Die Unternehmen zeigen den Pädagogen, wie sie diese Hilfsmittel korrekt anwenden.

Träger und Initiator des Pilotprojektes, das zunächst auf zwei Jahre ausgelegt ist, ist der Hilfeverein "Hilfe für Kinder und Jugendliche bei Diabetes mellitus e.V.". Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie beteiligt sich mit rund 30.000 Euro an der Finanzierung, wie es in der Mitteilung heißt. (ths)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blinddarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

CDU erwägt höhere GKV-Vergütung

Offiziell haben die Koalitionsverhandlungen zwar noch nicht begonnen. Doch: Die Union gibt bereits erste zarte Signale auf einen möglichen Kompromiss beim Ärztehonorar - inklusive einem Ende der Budgetierung. mehr »

Das sind die neuen Paul Ehrlich-Preisträger

Die Paul-Ehrlich-Stiftung ehrt dieses Jahr Forscher für ihre Arbeiten zum Tumor-Nekrose-Faktor mit ihrem mit 120.000 Euro dotierten Preis. Außerdem erkennen sie die Leistung eines Biochemikers zur Erforschung verschiedener Fettzelltypen an. mehr »