IQWiG-Vorbericht

Aktualisierung des DMP COPD notwendig?

Aktualisierungsbedarf bei mehreren Versorgungsaspekten des DMP COPD sieht das IQWiG in seinem Vorbericht.

Veröffentlicht: 13.11.2019, 15:10 Uhr

Köln. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) 13 aktuelle evidenzbasierte Leitlinien, darunter keine deutsche, zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) recherchiert, deren Empfehlungen zu Kernaussagen zusammengefasst und überprüft, ob sich daraus ein Aktualisierungsbedarf für das Disease-Management-Programm (DMP) COPD ergibt.

Die Gültigkeit der deutschen COPD-Leitlinie des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) sei abgelaufen, konstatiert das IQWiG in einer Mitteilung. Und: Andere deutsche Leitlinien zur COPD erfüllten nicht die Einschlusskriterien für diese Leitlinienrecherche, beispielsweise bezüglich der Evidenzbasierung oder der Aktualität.

13 Leitlinien berücksichtigt

Aus den 13 berücksichtigten Leitlinien lassen sich 393 Empfehlungen extrahieren. Gemäß den vorläufigen Ergebnissen zeigt sich laut IQWiG bei einem Aspekt der Langzeit-Sauerstofftherapie ein konkreter Aktualisierungsbedarf. Darüber hinaus stuft das Institut in seinem Vorbericht einzelne Aspekte der Diagnostik, der nichtmedikamentösen und operativen Verfahren sowie der medikamentösen Maßnahmen als potenziell aktualisierungsbedürftig ein.

Insbesondere bezüglich der Langzeit-Sauerstofftherapie (LOT) ergebe sich Aktualisierungsbedarf für die DMP-A-RL, so das IQWiG. Allerdings ließen sich manche Empfehlungen aus internationalen Leitlinien zur LOT nicht ohne Weiteres auf das deutsche Gesundheitssystem anwenden, räumt das Kölner Institut ein. So beschreiben internationale Leitlinien teilweise ein anderes Vorgehen für die LOT bei der (der Verordnung) vorausgehenden Risikobewertung beziehungsweise Begutachtung vor Therapiebeginn oder die Einstellung von Sauerstoffflussraten im häuslichen Bereich.

Sind neue Versorgungsformen möglich?

Überdies würden in den internationalen Leitlinien wichtige Betreuungsaufgaben an mobile Teams der Primärversorgung adressiert, die multidisziplinär zusammengesetzt sind. Diese Form der Versorgung sei in Deutschland noch weitgehend unüblich. So empfehle eine Leitlinie aus Großbritannien als sichere und effektive Versorgungsform ein „Hospital-at-Home-Schema“ (HaH) für schwer kranke COPD-Patienten während oder kurz nach einer akuten Verschlechterung des Gesundheitszustands (Exazerbation). Diese Patienten sollen in ihrer häuslichen Wohnumgebung durch ein ambulantes interdisziplinäres Versorgungsteam aus einem Krankenhaus versorgt werden.

Ob ähnliche Versorgungsformen auch in Deutschland für bestimmte Patientengruppen umgesetzt werden können, wäre noch zu prüfen, so das IQWiG.

Das IQWiG bittet um Stellungnahmen zum Vorbericht bis zum 10. Dezember. (ikr)

Mehr Infos zum DMP COPD gibt es auf: www.iqwig.de

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