Überleben bei Brustkrebs

Besser spät mit Sport beginnen als nie!

Fangen Frauen nach der Brustkrebsdiagnose mit Sport an, halbieren sie damit ihr Sterberisiko.

Veröffentlicht: 15.11.2019, 10:12 Uhr

Heidelberg. Körperliche Aktivität verbessert das Überleben bei Brustkrebs – auch dann, wenn zuvor nicht sportliche Frauen erst nach der Diagnose aktiv wurden.

Das hat die MARIE-Studie mit mehr als 3800 Teilnehmerinnen ergeben, die nach den Wechseljahren an Brustkrebs erkrankt waren. Zu Studienbeginn wurden sie befragt, wie sportlich sie vor der Diagnose gewesen waren. Eine erneute Befragung fand vier bis sieben Jahre später statt (Breast Cancer Research 2019;21;117).

Als ausreichend sportlich aktiv wurden gemäß den Empfehlungen des World Cancer Research Fund mindestens 150 Minuten/Woche körperliche Aktivität mittlerer Intensität oder 75 Minuten/Woche körperliche Aktivität hoher Intensität oder eine gleichwertige Kombination von beidem definiert.

Mehrere Subgruppen analysiert

Laut Datenanalyse hatten Frauen, die erst nach der Brustkrebsdiagnose mit Sport angefangen hatten, ein im Vergleich zu weiterhin inaktiven Frauen halbiertes Sterberisiko – damit war der positive Einfluss von Sport auf die Überlebenschance in dieser Gruppe am deutlichsten ausgeprägt.

Waren Frauen vor der Diagnose ähnlich aktiv wie danach, reduzierte sich das Sterberisiko gegenüber den nicht aktiven Frauen um immerhin 25 Prozent. Einen negativen Einfluss hatte es, wenn zuvor sportliche Frauen ihre körperliche Aktivität nach der Krebsdiagnose einschränkten – ihr Sterberisiko war gegenüber den nicht aktiven Frauen nur noch um neun Prozent reduziert.

Berücksichtigt wurde in der Auswertung Freizeitsport wie Schwimmen, Aerobic und Nordic Walking. „Die Ergebnisse legen nahe, dass sich die empfohlenen Level an moderater bis intensiver physischer Aktivität, beispielsweise zügiges Spazierengehen, nach einer Brustkrebssdiagnose vorteilhaft auf das Überleben auswirken“, folgern die Studienautoren.

MARIE ist eine bevölkerungsbezogene Fall-Kontroll-Studie mit über 10 000 Teilnehmerinnen. Sie wurde initiiert, um Informationen zur Entstehung von Brustkrebs nach der Menopause zu bekommen. Studienleiter sind Professor Jenny Chang-Claude vom DKFZ Heidelberg und Professor Dieter Flesch-Janys vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. (lö)

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