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Probiotika

Darmschutz bei Antibiotika

Antibiotika stören die gesunde Darmflora - ein Risiko für die Ansiedlung von Clostridium difficile. Helfen könnten Probiotika, wie eine kanadische Studie belegt.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Milchsäurebakterien schützen den Darm vor der Besiedelung mit enteropathogenen Keimen.

Milchsäurebakterien schützen den Darm vor der Besiedelung mit enteropathogenen Keimen.

© monamakela/Fotolia.com

TORONTO. Durch die zusätzliche Einnahme von Probiotika während oder kurz nach Beginn einer Antibiotikatherapie kann das Risiko für eine Clostridium-difficile-assoziierte-Diarrhö (CDAD) bei Kindern und Erwachsenen signifikant gesenkt werden.

Zu diesem Ergebnis kamen kanadische Forscher, die sich einen Überblick über die Studienlage verschafft haben (Ann Intern Med. 2012, online 13. November).

Etwa ein Drittel aller Diarrhöen, die im Zusammenhang mit einer Antibiotikatherapie stehen, werden von Clostridium (C.) difficile ausgelöst. Meist sind ältere stationäre Patienten betroffen, die Breitbandantibiotika erhalten.

Die Folgen einer durch diese Behandlung gestörten Darmflora können von der asymptomatischen Besiedelung mit C. difficle über Diarrhö, Kolitis und pseudomembranöse Kolitis bis hin zum Tod reichen.

Kanadische Autoren untersuchten, wie effektiv in randomisierten kontrollierten Studien bei Kindern und Erwachsenen unter Antibiotikatherapie eine CDAD durch eine Probiotikaprophylaxe zu verhindern war.

Keine schweren Nebenwirkungen

In den insgesamt 20 Studien (18 Placebo-kontrolliert) hatten 3818 Patienten ab einem Alter von zwei Wochen zum Antibiotikum entweder Probiotika oder ein Placebo bzw. nichts eingenommen. Das Vorhandensein von C. difficile wurde durch die Kultur oder im Toxin-Test nachgewiesen.

Die Einnahme von Probiotika (Bifidobacterium, Lactobacillus, Saccharomyces oder Streptococcus species) unter Antibiotikatherapie reduzierte die Inzidenz der CDAD im Durchschnitt um 66 Prozent.

Bei einer angenommenen Inzidenz von 5 Prozent würden durch eine Probiotikaprophylaxe somit 33 Durchfall-Episoden pro 1000 Personen verhindert.

Gleichzeitig ist die Zusatzmedikation sehr gut verträglich: Über unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie Bauchkrämpfe, Übelkeit, Fieber, weiche Stühle, Blähungen oder Geschmacksbeeinträchtigungen klagten 9,3 Prozent der Patienten mit Probiotikaprophylaxe, verglichen mit 12,6 Prozent in der Kontrollgruppe.

Schwere Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt. Subgruppenanalysen zeigten ähnliche Ergebnisse für Kinder und Erwachsene bei höherer und niedriger Dosierung sowie mit unterschiedlichen Probiotika.

Angesichts der geringen Kosten und der guten Verträglichkeit, so die Autoren, gebe es eigentlich keinen Grund, diese Prophylaxe Patienten mit CDAD-Risiko unter Antibiotikatherapie vorzuenthalten.

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