Kardiomyopathie

EKG bei PPCM genügt nicht zur Diagnostik

Echokardiographie und Bluttest führen bei Frauen mit einer Schwangerschafts-Kardiomyopathie rasch zur Diagnose.

Veröffentlicht:

FRANKFURT / MAIN. Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und geschwollene Beine: Gegen Ende der Schwangerschaft oder nach der Geburt erscheinen solche Symptome bei einer Frau nicht ungewöhnlich.

Sie können jedoch auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein, nämlich der peripartalen Kardiomyopathie (PPCM), teilt die Deutsche Herzstiftung mit.

„Ein möglicher Auslöser für diese Form der Herzschwäche ist das Stillhormon Prolaktin, das über eine komplexe molekulare Kette das Herz schädigt“, wird Professor Johann Bauersachs vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in der Mitteilung zitiert. Werde die Erkrankung zu spät erkannt, könne sie dramatisch verlaufen.

Schätzungen zufolge entwickelt sich bei einer von 1000 bis 1500 Schwangerschaften eine PPCM. Als Risikofaktoren gelten unter anderem ein höheres Alter der Mutter, Rauchen, Mehrlingsschwangerschaften und Bluthochdruck. Bei Verdacht auf PPCM reicht ein EKG allein nicht aus, so die Herzstiftung.

Zur Diagnose sei neben einer Echokardiographie auch ein Bluttest nötig, um die Proteine nachzuweisen, die eine Herzschwäche anzeigen. Mit diesen beiden Methoden lasse sich die Erkrankung rasch feststellen oder ausschließen.

Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt und frühzeitig behandelt, sind die Heilungschancen gut. Bei mehr als der Hälfte der Patientinnen erholt sich laut Stiftung das Herz innerhalb des ersten Jahres nach Diagnose vollständig.

30 bis 40 Prozent der Frauen müssen leichte Beeinträchtigungen in Kauf nehmen, viele erholen sich aber im weiteren Verlauf und nur bei etwa zehn Prozent bleibt eine schwere Herzschwäche bestehen.

Trotzdem bleiben Restrisiken zurück, besonders bei Folgeschwangerschaften besteht eine erhöhte Gefahr für eine erneute PPCM. (eb)

Mehr Infos zum Thema gibt es auf: www.herzstiftung.de/Herzschwaeche-Therapie.html

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Kardiologie und Hausärzteschaft im Dialog

© Springer Medizin Verlag

Kardiologie und Hausärzteschaft im Dialog

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Puren Pharma GmbH & Co. KG, München
Real-World-Analyse von US-Versorgungsdaten-- Bei Einsatz von Sacubitril/Valsartan ist die Gesamtsterblichkeit signifikant geringer als bei Einsatz von ACEi/ARB.

© Springer Medizin Verlag

ARNI in der Primärtherapie der HFrEF

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Netzwerkkabel

© tbcgfoto / stock.adobe.com

Abrechnung in Gefahr

TI: Alte Konnektoren müssen bis Ende 2025 ausgetauscht sein!