Forschung

Erfolg bei Rasmussen-Enzephalitis

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MÜNSTER. Forscher der Uni Münster haben die biochemische und genetische Zusammensetzung der zytotoxischen CD8-T-Zellen entschlüsselt, die vermutlich die Rasmussen-Enzephalitis (RE) auslösen (Nature Communications 2016; online 4. April).

Von dieser seltenen Krankheit, die mit Sprachstörungen, Lähmungen und Krämpfen einhergeht, sind vor allem Kinder unter zehn Jahren betroffen. Weniger als 50 Fälle werden jährlich in Deutschland neu diagnostiziert, die Entfernung der befallenen Gehirnregion ist oft der letzte Ausweg für die Betroffenen.

Forscher der neurologischen Uniklinik von Professor Heinz Wiendl hätten die zytotoxischen CD8-T-Zellen detaillierter analysiert und herausgefunden: Je schwerer die Krankheit verläuft, desto mehr davon finden sich.

"Überraschenderweise haben wir diese krankhaft vermehrten Zellen auch im Blut festgestellt, obwohl der Krankheitsprozess selbst ja ausschließlich im Gehirn abläuft", erläutert Arbeitsgruppenleiter Privatdozent Dr. Nicholas Schwab in der Mitteilung der Universitätsklinik Münster.

Die zytotoxischen CD8-T-Zellen bildeten sich offenbar in der Blutbahn und wandern von dort vermutlich über die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn, wo sie die Rasmussen-Enzephalitis auslösen.

Das optimale Medikament würde dafür sorgen, dass sich die CD8-T-Zellen gar nicht erst ausbreiten oder nur geschwächt ins Hirngewebe eindringen können. Das können auch die neueren Immuntherapeutika bislang nicht leisten: "Wir haben einzelne Patienten untersucht, die mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt wurden: Keines der Präparate veränderte die CD8-Zellen oder machte sie unschädlich. Die Zahl der Zellen in der Peripherie zu beschränken, könnte eine Möglichkeit sein, die Krankheit einzudämmen. Dafür bedarf es klinischer Studien, die bei der geringen Zahl der Patienten aber nur schwer durchzuführen sind", wird Schwab zitiert.

Zur Entwicklung eines wirksamen Medikaments ist es also noch ein langer Weg. Durch ihre Entdeckung seien die Neurowissenschaftler aus Münster mit Unterstützung von Kollegen aus Bonn, Bielefeld-Bethel und München ihrem Ziel jedoch ein großes Stück nähergekommen, heißt es in der Mitteilung.

"Mit Hilfe des genetischen Codes der schädlichen CD8-Zellen können wir vielleicht herausfinden, gegen welche speziellen Proteine im Gehirn sich die Krankheit richtet", wird Professor Heinz Wiendl aus Münster zitiert. Das sei der nächste wichtige Schritt im Verständnis der Krankheit, auf dem dann eine Therapie aufbauen könne. (eb)

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