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Europäische Länder haben Erfolg beim Kampf gegen Resistenzen

Informationskampagnen zu Antibiotika tragen dazu bei, dass die Häufigkeit vieler resistenter Erreger in Europa abnimmt. Es gibt aber auch gegenläufige Trends.

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BERLIN (gvg). Frankreich, Belgien, Großbritannien, Südeuropa: Das sind traditionell Problemkinder in Sachen Antibiotikaresistenz. Fast unbemerkt hat sich in vielen dieser Länder die Situation allerdings deutlich gebessert. Das berichtete Professor Hermann Goossens von der Universität Antwerpen beim 2.  Nationalen Innovationsforum Medizin. Beispiel Belgien: "Hier wurden seit dem Jahr 2000 intensive Kampagnen gefahren, unter anderem unter Einsatz populärer TV-Spots zum richtigen Einsatz von Antibiotika", so Goossens.

In medizinischen Einrichtungen wurde zudem die Zahl der Hygieneschulungen stark erhöht. Das hatte Erfolg: Der demnächst vorliegende Jahresbericht 2009 des europäischen Resistenznetzwerks EARSS* wird von einem deutlichen Rückgang sowohl von penicillinresistenten als auch von makrolidresistenten Streptokokken in Belgien berichten. Die Zahl der über Apotheken abgegebenen Antibiotikapackungen ging zwischen 1999 und 2007 um 36 Prozent zurück.

Auch in Großbritannien wurden Anti-Resistenz-Programme in Kliniken aufgelegt. Grund war vor allem ein erheblicher Anstieg der MRSA**-Häufigkeit. Dieser Trend konnte umgekehrt werden: "Seit 2005 geht dort der MRSA-Anteil an allen Staphylokokken-Isolaten pro Vierteljahr um 3 Prozent zurück", so Goossens. In Frankreich sieht es ähnlich aus.

Waren in den 90er Jahren knapp 40 Prozent der Staph.-aureus-Isolate MRSA, so waren es im Jahr 2007 nur noch etwa 20 Prozent. Auch die MRSA-Inzidenz pro 1000 Klinikeinweisungen verringerte sich um fast die Hälfte. "Das sind schon spektakuläre Erfolge", so Goossens. Leider geht der Trend bei einigen Keimen auch in die andere Richtung. "Probleme werden in den nächsten Jahren vor allem die gram-negativen Keime machen", ist sich Goossens sicher. So gebe es in nahezu allen europäischen Ländern einen alarmierenden Anstieg bei den Chinolon-resistenten Escherichia coli. "Das korreliert eindeutig mit einem steigenden ambulanten Einsatz von Chinolonen", so der Experte. Auch Carbapenem-resistenten Klebsiellen würden häufiger. Derzeit beschränkt sich dieses Problem allerdings noch weitgehend auf Italien, die Türkei und Teile Osteuropas.

*European Antimicrobial Resistance Surveillance System

**Methicillin-resistente Staph. aureus

Lesen Sie dazu auch: Antibiotika und Resistenzen gehen Hand in Hand

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