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Kombi-Therapien gegen Hypertonie werden Standard

BERLIN (gvg). Bluthochdruck-Experten erwarten bei der medikamentösen Blutdrucksenkung in den nächsten Jahren keine weiteren Substanzklassen. Die Bedeutung der Kombitherapien wird zunehmen.

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"Abgesehen von dem Renin-Hemmer haben wir seit den neunziger Jahren keine grundlegenden Neuerungen in der medikamentösen antihypertensiven Therapie mehr gesehen", sagte Professor Thomas Unger von der Charité Berlin. Er erwarte nicht, dass sich daran auf absehbare Zeit etwas ändern werde.

In einer Vorabveranstaltung zum internationalen Kongress "Hypertension 2008" vom 14. bis 19. Juni 2008 in Berlin betonte Unger die wachsende Bedeutung der Kombitherapien: "Gerade neuere Fixkombinationen, etwa aus AT1-Rezeptor-Blocker und Kalziumantagonist, versprechen bessere Blutdruckkontrolle und günstige Compliance", so Unger. "Betablocker haben ihren Stellenwert vor allem bei Hypertoniepatienten mit kardialen Erkrankungen", so Unger.

Wichtig ist für Hochdruckexperten die Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems. "Das System wurde als Schutz vor Salzverlust in der salzarmen Umwelt der Steinzeit entwickelt", betonte Kongresspräsident Professor Detlev Ganten aus Berlin. Sechs Gramm Salz pro Tag, mehr war damals nicht zu holen. Heute seien es 15 bis 30 Gramm, was das RAS-System zu einem entscheidenden Faktor bei der Hypertoniegenese werden lasse.

Skeptisch äußerte sich Unger zur Impfung gegen Angiotensin II. "Wir haben viele gut wirksame und exzellent verträgliche Medikamente, auch solche, die es "verzeihen", wenn sie einmal nicht genommen werden. Ob die Impfung Zusatznutzen bringt, ist zumindest unklar."

Informationen zum Kongress: www.hochdruckliga.info

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