Direkt zum Inhaltsbereich

Medikation und Körpertraining lindern Symptome

Veröffentlicht:
Mit Spirometrie lässt sich der Therapieerfolg bei COPD beurteilen.

Mit Spirometrie lässt sich der Therapieerfolg bei COPD beurteilen.

© Foto: Klaro

Von Ingrid Kreutz

COPD-Patienten haben heutzutage gute Chancen auf eine effektive Therapie, etwa mit Raucherentwöhnung und Medikation. Dadurch lassen sich die Beschwerden lindern, und die Krankheitsprogression wird verzögert.

Zur Therapie bei COPD empfehlen die Deutsche Atemwegsliga und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie in ihrer gemeinsamen Leitlinie ein Stufenschema je nach Schweregrad. Danach gilt für alle Patienten (Stadium I bis IV): Risikofaktoren, vor allem das Rauchen vermeiden, Grippe- und Pneumokokkenimpfung und bei Bedarf kurzwirksame Bronchodilatatoren. Hierzu zählen die Beta-2-Mimetika Fenoterol, Salbutamol und Terbutalin sowie das Anticholinergikum Ipratropium. Ipratropium gibt es auch als Fixkombi mit Fenoterol. Zugelassen für die Bedarfsmedikation bei COPD ist auch das rasch und zugleich lang wirksame Beta-2-Mimetikum Formoterol.

Ab Stadium II, das heißt bei FEV1-Werten von 80 Prozent oder weniger, wird die zusätzliche Dauertherapie mit langwirksamen Bronchodilatatoren empfohlen, um die Atemnot und die Exazerbationsrate zu reduzieren. Zu ihnen zählen das Anticholinergikum Tiotropium und die Beta-2-Mimetika Formoterol und Salmeterol. Ab Stadium III (FEV1 unter 50 Prozent) wird - bei wiederkehrenden Exazerbationen - die zusätzliche Dauertherapie mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) empfohlen. Verfügbar sind ICS wie Beclometason, Budesonid und Fluticason. Fixkombis mit langwirksamem Beta-2-Mimetikum plus ICS sind weitere Optionen: Formoterol plus Budesonid sowie Salmeterol plus Fluticason. Bezüglich Symptome und Häufigkeit der Anwendung von Bedarfsmedikation waren in Studien die Fixkombis den Einzelsubstanzen überlegen. Die  Fixkombi mit Salmeterol plus Fluticason ist auch für Patienten im Stadium II zugelassen (FEV1 < 60 % vor Anwendung eines Bronchodilatators), die trotz Dauertherapie mit einem Bronchodilatator signifikante Symptome aufweisen und wiederholte Exazerbationen in der Anamnese haben.

Nicht nur Medikation, sondern auch regelmäßiges Körpertraining macht COPD-Kranken das Leben leichter. Durch körperliches Training werden Patienten im Alltag belastbarer. Außerdem haben die Patienten weniger Exazerbationen und müssen seltener ins Krankenhaus als Untrainierte. Nicht zuletzt kann durch Training auch dem bei COPD-Kranken erhöhten Osteoporose-Risiko entgegengewirkt werden. Besonders günstig sind Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren und Schwimmen, weil die Belastungsintensität und damit Atemminutenvolumen und Luftströmung in den Atemwegen relativ niedrig liegen. Sinnvoll sind, besonders für ältere Patienten in schlechtem Trainingszustand, auch Koordinationsübungen.

Vor Trainingsbeginn ist eine gründliche Eingangsuntersuchung mit Spiroergometrie notwendig. Patienten, die FEV1-Werte von mindestens 60 Prozent und eine Belastbarkeit von mindestens 50 Watt (mehr als ein Watt pro kg KG) haben und ansonsten keine chronischen Krankheiten wie Diabetes oder KHK, können an einer ambulanten Lungensportgruppe teilnehmen.

Lesen Sie dazu auch das Interview: Professor Carl-Peter Criée: "Spirometrie ist A und O bei COPD-Diagnose"

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Weniger Raucher, viel weniger COPD

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen

Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?

Lesetipps
Farbige Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule mit einem Kompressionsbruch

© ALAIN POL / Science Photo Library

Risikopatienten identifizieren

Osteoporose: So verhindern Sie die (nächste) Fraktur

Group of people over vintage colors background smiling with hands on chest with closed eyes and grateful gesture on face. Health concept.

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert