Sportmedizin

PET beweist jetzt: Endorphine machen Jogger "high"

Veröffentlicht: 05.03.2008, 05:00 Uhr

MÜNCHEN (skh). Dass Langstreckenlauf "high" macht und zudem schmerzdämpfend wirkt, ist zwar bekannt, der Wirkmechanismus über endogene Morphine konnte aber bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Dieser Schritt ist jetzt Medizinern von der TU München gelungen.

PET beweist jetzt: Endorphine machen Jogger "high"

Marathon-Athleten kennen das Glücksgefühl, das sich bei längeren Läufen einstellt.

© Foto: dpa

Das Forscherteam untersuchte zehn Athleten jeweils vor und nach einem zweistündigen Dauerlauf per Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Gemessen wurde dabei die Bindungsaktivität von einem radioaktiv markierten Liganden, der an Opioidrezeptoren im Gehirn bindet.

Nach dem Lauf konnte der radioaktive Marker im präfrontalen und limbischen Kortex an signifikant weniger Opioidrezeptoren binden als davor. Die dadurch reduzierte Aktivität des Markers wurde mit einer PET-Kamera gemessen. Der Großteil der Rezeptoren war nach dem Ausdauertraining von endogenen Opiaten, den so genannten Endorphinen besetzt, berichten die Forscher online in der Fachzeitschrift Cerebral Cortex.

Zudem war das subjektiv von den Sportlern empfundene Euphorie- und Glücksgefühl nach dem Lauf um so ausgeprägter, je stärker die Aktivität des Markers gesunken war, berichtet Professor Thomas Tölle von der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Klinikum rechts der Isar an der TU München.

Dass die Endorphine hauptsächlich im präfrontalen und limbischen Kortex freigesetzt werden, also den Hirnregionen, die außer für die emotionale Verarbeitung von Reizen auch für die Unterdrückung von Schmerzen zuständig sind, könnte zudem die Schmerzbehandlung beeinflussen. "Wir hoffen, dass wir mit unseren Ergebnissen auch Patienten mit chronischen Schmerzen beeindrucken können. Schließlich haben wir jetzt ein Argument in der Hand, sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu mehr Ausdauertraining zu motivieren", sagt Tölle.

Mehr zum Thema

Empfehlungen von Kardiologen

Wann Sportler nach COVID-19 wieder trainieren dürfen

Studie über zehn Jahre

Joggen und Aerobic lässt Kniegelenke nicht verschleißen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Ist der ICD noch immer ein Lebensretter?

Kardiologie

Ist der ICD noch immer ein Lebensretter?

Chloroquin und Co: Geringe Erfolgsaussicht bei COVID-19

Neue Datenanalyse

Chloroquin und Co: Geringe Erfolgsaussicht bei COVID-19

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden