Infektionen

Rheuma-Kranke oftmals besonders anfällig

Rheumakranke neigen bei Infektionen zu Komplikationen, unter anderem bedingt durch die immunsuppressive Therapie. Impfungen sind daher auch für diese Patientengruppe wichtig.

Veröffentlicht:

BERLIN. Bei Patienten mit chronisch entzündlichen rheumatischen Erkrankungen besteht häufig eine erhöhte Infektanfälligkeit, was sowohl zur Morbidität als auch zur Sterblichkeit beiträgt. Ausstehende Impfungen sollten deshalb vor Beginn einer langfristigen immunsuppressiven Therapie vervollständigt werden.

Neben notwendigen Auffrischungen zu Diphtherie und Tetanus (alle zehn Jahre) und gegebenenfalls Pertussis und Polio sowie HPV empfiehlt die STIKO bei Immundefizienz altersunabhängig zusätzlich Impfungen gegen Pneumokokken, Influenza, Meningokokken, Haemophilus influenzae b (bei Asplenie) sowie gegebenenfalls Hepatitis B und Varizellen (Epidemiologisches Bulletin 25. August 2014 / Nr. 34).

Je nach Grunderkrankung, Impfung und Art der Immunsuppression muss zum Teil mit einer verminderten Impfantwort gerechnet werden. Dennoch werden meist ausreichend hohe Titer erreicht, sodass beispielsweise keine Influenza-Wiederholungsimpfung empfohlen wird (Z Rheumatol 2013; 72: 690-704).

Impfungen mit Totimpfstoffen sind bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen auch unter immunsuppressiver Therapie sicher und effektiv (Ausnahme: B-Zell-depletierende Therapien). Die Impfungen sollten allerdings nicht in Phasen erhöhter Krankheitsaktivität erfolgen.

Lebendimpfungen dagegen sind unter Immunsuppression, außer bei Patienten unter lokaler oder systemischer Steroidtherapie bis zu einer maximalen Tagesdosis von 20 mg/Tag, generell kontraindiziert.

Zu ihnen zählen Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR), Varizella-Zoster- und Rotavirus. Auch Reiseimpfungen gegen Gelbfieber und Cholera sowie die orale Typhusimpfung sollten laut Robert Koch-Institut bei immunsupprimierten Patienten nur in Ausnahmefällen erwogen werden. Ansonsten sind diese Impfungen frühestens drei bis sechs Monate nach Absetzen der Therapie möglich.

Zur Bestimmung der spezifischen Antikörper nach der Impfung wird bei Rheumapatienten unter Abwägung von Kosten und Nutzen nicht generell geraten.

Als Ausnahmen nennt Sigune Goldacker von der Universität Freiburg die Hepatitis-B-Impfung bei exponierten Patienten sowie die Röteln- und Varizellenimpfung im Fall einer geplanten Schwangerschaft.

Auch bei Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit eines Impfversagens wie bei einem Immundefekt, Asplenie oder nach einer Rituximab-Therapie kann der Antikörpertiter bestimmt werden, wenn die Möglichkeit einer Boosterung besteht (Z Rheumatol 2013; 72: 690-704). (St)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systemischer Lupus erythematodes

13 Tipps zur Umsetzung der europäischen Lupus-Leitlinien

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Dr. Kaske GmbH & Co. KG

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
CRP-Wert-unabhängig therapieren mit Ixekizumab

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Axiale Spondyloarthritis (axSpA)

CRP-Wert-unabhängig therapieren mit Ixekizumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v. d. H.
Abb. 1: Anteil der PMR-Patientinnen und -Patienten mit anhaltender Remission (primärer Endpunkt)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [3]

Erstes steroidsparendes Biologikum bei Polymyalgia rheumatica

Sarilumab schließt eine therapeutische Lücke

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Adipostas und deren Folgen sind zu einer der häufigsten Todesursachen geworden.

© Christian Delbert / stock.adobe.com

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen