Direkt zum Inhaltsbereich

Welche Therapie, wenn bei COPD Symptome stärker werden?

NÜRNBERG (otc). Die Häufigkeit und Schwere von Exazerbationen beeinflussen die Prognose von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD) ungünstig. Eine Frequenz von mehr als drei Exazerbationen pro Jahr sei kritisch, sagt Professor Heinrich Worth vom Klinikum Fürth.

Veröffentlicht:

Exazerbationen bei COPD wirken sich negativ auf die Lebensqualität aus und erhöhen die Sterberate und die Kosten, so Worth beim Pneumologen-Kongreß in Nürnberg. Exazerbationen, also eine akut einsetzende Verstärkung der Symptome, zunehmende Atemnot, Husten oder Auswurf werden häufig durch Virus- oder Bakterien-Infektionen ausgelöst, so der Pneumologe bei einem Symposium des Unternehmens Merck Pharma.

Die Änderung der Symptomatik ziehe meist eine Änderung der Therapie nach sich. Bei einer leichtgradigen Exazerbation, also bei leichter subjektiver Verschlechterung oder Verschlechterung der Lungenfunktion sollte die Therapie mit Anticholinergika oder Beta-2-Mimetika intensiviert werden.

Der Patient bekommt ein bis zwei Hübe (100 bis 200 µg) eines kurzwirksamen Beta-2-Mimetikums oder 250 bis 500 µg Ipratropiumbromid. "Wir können heute jedoch nicht eindeutig sagen, ob man bei der Intensivierung der Therapie primär raschwirkende Beta-2-Mimetika oder Ipratropium einsetzen sollte", sagte Worth.

Bei mittel- und schwergradiger Exazerbation haben systemische Steroide nach Studienergebnissen ihren Platz in der Therapie. Worth wies aber darauf hin, daß sie auf zehn bis 14 Tage beschränkt werden sollte, da bei längerer Applikation unerwünschte Effekte bis zum Diabetes auftreten können. Deshalb laute die Empfehlung für die Therapie bei mittelschweren bis schweren Exazerbationen: Limitierter Einsatz systemischer Steroide (20 bis 40 mg Prednisolonäquivalent pro Tag, vom Unternehmen als Decortin® H angeboten).

Erst wenn dies nicht reiche, sollte Theophyllin eingesetzt werden, so Worth. Zusätzliche intravenöse Theophyllin-Therapie habe keine signifikanten zusätzlichen positiven Effekte. In einer Studie waren zudem unerwünschte Effekte bei mit Theophyllin Behandelten wesentlich häufiger. Werde Theophyllin i. v. appliziert, sei es wichtig, zu wissen, ob der Patient mit Theophyllin behandelt wurde. Eine Theophyllin-Intoxikation sei das häufigste Problem bei Atemwegstherapeutika, so Worth.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Fünf Säulen der Behandlung

COPD: Das empfiehlt die aktualisierte Leitlinie

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Fünf Säulen der Behandlung

COPD: Das empfiehlt die aktualisierte Leitlinie

Lesetipps
Ein älterer Mann bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© InsideCreativeHouse - stock.adobe.com

Respiratorische Viren

So gut wirkt der Impfschutz gegen COVID-19, Influenza und RSV

Euro Geldscheine mit Münzen und Stethosko

© PhotographyByMK / stock.adobe.com

Update

Honorarverhandlungen

Ärzte und Krankenkassen einigen sich auf das Honorar 2027

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!