Direkt zum Inhaltsbereich

Schleswig-Holstein

Schön Kliniken wollen imland Kliniken übernehmen

Der Konzern Schön Kliniken aus München ist für den Generalbevollmächtigten und den Gläubigerausschuss „präferierter Anbieter“ für die insolventen imland Kliniken. Beide Standorte sollen bleiben.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Ein Lageplan ist vor einem Eingang der Imland Kliniken in Rendsburg aufgestellt.

Könnte mit den Schön Kliniken einen neuen Eigentümer bekommen: Die imland Kliniken, hier der Standort Rendsburg.

© Axel Heimken / dpa

Rendsburg. Die Schön Kliniken sind Favorit für die Übernahme der insolventen imland Klinik Rendsburg-Eckernförde. Das Angebot des Klinikkonzerns mit Hauptsitz in München überzeugte nach Angaben aus Rendsburg in allen Belangen am stärksten.

Dies gab der Generalbevollmächtigte der imland Klinik, Rainer Eckert, in einer Pressekonferenz am Freitagabend bekannt. Eine Kaufsumme wurde nicht genannt. Nach gemeinsamer Auswertung mit dem Gläubigerausschuss seien die Schön Kliniken der „präferierte Bieter“, betonte Eckert. Schön soll den höchsten Kaufpreis und das überzeugendste medizinische Konzept geboten haben. Vom Kaufpreis sollen alle Gläubigerforderungen beglichen werden.

Damit ist eine wichtige Vorentscheidung über die Zukunft der imland Klinik gefallen. Bis zur voraussichtlichen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. April werden zwar noch nachgebesserte oder neue Angebote entgegengenommen. Dass sich an der Präferenz noch etwas ändert, gilt aber als unwahrscheinlich.

Zwei große Stationen in Eckernförde

Schön will das komplette Leistungsspektrum und den Status als Schwerpunktversorger am größeren Klinikstandort in Rendsburg erhalten. Auch das Krankenhaus in Eckernförde bleibt. Es soll laut Klinikgeschäftsführer Markus Funk Standort für eine internistisch-geriatrische Station mit 80 Betten und eine psychosomatische Einheit mit 100 Betten werden. Geplant ist außerdem eine rund um die Uhr besetzte Notfallambulanz mit Notfall-OP.

Die Orthopädie dagegen soll von Eckernförde nach Rendsburg verlegt werden. Eine Geburtshilfe ist in Eckernförde nicht mehr vorgesehen. Eckert betonte, dass dies in keinem Konzept der drei vorliegenden Angebote der Fall gewesen sei.

Die rund 2400 Beschäftigten in Rendsburg und Eckernförde sollen weiterhin nach TVöD bezahlt werden. Wie stark der Personalabbau ausfallen wird, steht noch nicht fest. Eckert geht von einer zweistelligen Zahl an Köpfen aus. In den vorliegenden Angeboten sei dies der geringste geplante Personalabbau, so Eckert.

Lesen sie auch

Wie berichtet hatten sich zuvor Kommunalpolitiker verschiedener Parteien aus der Region für eine weiterhin kommunale Trägerschaft sowie und eine Fusion mit bzw. Übernahme durch das Städtische Krankenhaus Kiel (SKK) ausgesprochen. Auch die Gewerkschaft ver.di hatte sich wenige Tage vor der Entscheidung für eine kommunale Trägerschaft stark gemacht und das Angebot aus Kiel als „Lichtblick“ bezeichnet. Insbesondere CDU und FDP im Kreis hatten sich dagegen stets offen auch für eine Privatisierung gezeigt.

6k Klinikverbund verliert ein etabliertes Mitglied

Der kommunale 6K Klinikverbund verliert bei einer Übernahme von imland durch einen privaten Klinikbetreiber einen wichtigen Verbundpartner. Das SKK erhält einen zusätzlichen privaten Konkurrenten in unmittelbarer Nachbarschaft. Dies spielte bei den Überlegungen im Nachbarkreis allerdings keine Rolle.

Nach Angaben von Sachwalter Stefan Denkhaus sei die Schön-Offerte das „in jeder Hinsicht beste“ für die Versorgung im Kreis und für die Beschäftigten gewesen.

Die Schön Kliniken betreiben bislang 13 Kliniken in Deutschland, darunter zwei in Schleswig-Holstein (Bad Bramstedt und Neustadt). Geld für eine weitere Expansion hatte sich der Klinikbetreiber Anfang des Jahres über eine Konsortialfinanzierung in Höhe von 575 Millionen Euro gesichert.

Lesen sie auch
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Influenzaimpfung: Technologie, Evidenz und Empfehlung

© Lu ShaoJi | Getty Images

Grippeimpfstoff-Forschung

Influenzaimpfung: Technologie, Evidenz und Empfehlung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht

Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests