Direkt zum Inhaltsbereich

Politischer Umbruch mit unterschiedlichen Folgen für die Gesundheit

Polen und Tschechien erlebten etwa zur gleichen Zeit wie die ehemalige DDR einen politischen und gesellschaftlichen Umbruch. Gesundheitlich profitierten aber die Bürger in den neuen Bundesländern am meisten.

Christiane BadenbergVon Christiane Badenberg Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Die Lebenserwartung ist auf dem Gebiet der ehemaligen DDR in den vergangenen 20 Jahren deutlich stärker gestiegen, als in anderen ehemaligen Ostblockländern, die etwa zur gleichen Zeit einen ähnlichen politischen und gesellschaftlichen Umbruch erlebt haben. Das zeigt der Bericht "20 Jahre nach dem Mauerfall: Wie hat sich die Gesundheit in Deutschland entwickelt", des Robert Koch-Instituts.

So ist die Lebenserwartung der Frauen in den neuen Bundesländern zwischen 1990 und 2006 von 77 auf 83 Jahre gestiegen. Die der Männer von 70 auf 76 Jahre. Ein Anstieg von sechs Jahren. In Polen und Tschechien lagen diese Werte deutlich darunter. Die Lebenserwartung polnischer Frauen lag 1990 bei 76 Jahren, 16 Jahre später war sie auf 80 Jahre gestiegen. Auch bei den Männern nahm sie um vier Jahre von 67 auf 71 zu.

Etwas besser sehen dagegen die Zahlen für Tschechien aus. Lag die durchschnittliche Lebenserwartung tschechischer Frauen 1990 bei 76 Jahren, hatte sie sich 16 Jahre später wie bei den Polen um vier Jahre höher. Allerdings stieg die Lebenserwartung der tschechischen Männer sogar, ähnlich wie in den neuen Bundesländern, um sechs Jahre, auf 73.

Ein weiterer Beleg für die unterschiedliche Gesundheitsentwicklung auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sowie Polen und Tschechien ist der Rückgang der Sterberate bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Frauen und Männern unter 65 Jahren. So war in den neuen Bundesländern hier zwischen 1990 und 2006 bei Frauen ein Rückgang von 61 Prozent und bei Männern von 54 Prozent zu verzeichnen. In Tschechien gingen bei beiden Geschlechtern die Zahlen um 53 Prozent zurück, in Polen nahmen sie bei den Frauen um 51 Prozent ab, bei Männern um 42.

Für die Experten des Robert Koch-Instituts ist klar, dass die hohen Investitionen, die die Bundesrepublik im Rahmen der Wiedervereinigung in das Gesundheitswesen der neuen Bundesländer getätigt hat, von Polen, Tschechien aber auch Ungarn aus eigener Kraft nicht geleistet werden konnten. Aus diesem Grunde, so der Bericht des Robert Koch-Instituts, lägen diese Länder bei der Gesundheitsentwicklung noch etwas weiter zurück.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Änderungsantrag beschlossen

Bundestag verschärft Terminmeldepflicht für Praxen

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Beyond Imaging

© Beyond

Beyond Imaging

KI-gestützte Prostata- und Kopf-MRT

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Diagnostic Results

© Diagnostic Results

Bioeksen

Molekulare PCR-Diagnostik am PoC

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen

Weniger Spätkomplikationen

Frühe HbA1c-Kontrolle zahlt sich aus

Lesetipps
Eine Frau sitzt am Tisch und misst ihren Blutzucker am linken Zeigefinger.

© Felippe Lopes / Generated with AI / Stock.adobe.com

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst