Berufspolitik

Politischer Umbruch mit unterschiedlichen Folgen für die Gesundheit

Polen und Tschechien erlebten etwa zur gleichen Zeit wie die ehemalige DDR einen politischen und gesellschaftlichen Umbruch. Gesundheitlich profitierten aber die Bürger in den neuen Bundesländern am meisten.

Von Christiane Badenberg Veröffentlicht: 15.10.2010, 05:00 Uhr

NEU-ISENBURG. Die Lebenserwartung ist auf dem Gebiet der ehemaligen DDR in den vergangenen 20 Jahren deutlich stärker gestiegen, als in anderen ehemaligen Ostblockländern, die etwa zur gleichen Zeit einen ähnlichen politischen und gesellschaftlichen Umbruch erlebt haben. Das zeigt der Bericht "20 Jahre nach dem Mauerfall: Wie hat sich die Gesundheit in Deutschland entwickelt", des Robert Koch-Instituts.

So ist die Lebenserwartung der Frauen in den neuen Bundesländern zwischen 1990 und 2006 von 77 auf 83 Jahre gestiegen. Die der Männer von 70 auf 76 Jahre. Ein Anstieg von sechs Jahren. In Polen und Tschechien lagen diese Werte deutlich darunter. Die Lebenserwartung polnischer Frauen lag 1990 bei 76 Jahren, 16 Jahre später war sie auf 80 Jahre gestiegen. Auch bei den Männern nahm sie um vier Jahre von 67 auf 71 zu.

Etwas besser sehen dagegen die Zahlen für Tschechien aus. Lag die durchschnittliche Lebenserwartung tschechischer Frauen 1990 bei 76 Jahren, hatte sie sich 16 Jahre später wie bei den Polen um vier Jahre höher. Allerdings stieg die Lebenserwartung der tschechischen Männer sogar, ähnlich wie in den neuen Bundesländern, um sechs Jahre, auf 73.

Ein weiterer Beleg für die unterschiedliche Gesundheitsentwicklung auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sowie Polen und Tschechien ist der Rückgang der Sterberate bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Frauen und Männern unter 65 Jahren. So war in den neuen Bundesländern hier zwischen 1990 und 2006 bei Frauen ein Rückgang von 61 Prozent und bei Männern von 54 Prozent zu verzeichnen. In Tschechien gingen bei beiden Geschlechtern die Zahlen um 53 Prozent zurück, in Polen nahmen sie bei den Frauen um 51 Prozent ab, bei Männern um 42.

Für die Experten des Robert Koch-Instituts ist klar, dass die hohen Investitionen, die die Bundesrepublik im Rahmen der Wiedervereinigung in das Gesundheitswesen der neuen Bundesländer getätigt hat, von Polen, Tschechien aber auch Ungarn aus eigener Kraft nicht geleistet werden konnten. Aus diesem Grunde, so der Bericht des Robert Koch-Instituts, lägen diese Länder bei der Gesundheitsentwicklung noch etwas weiter zurück.

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