Online-Befragung

Impfskepsis bei Ärzten und Pflegern zurückgegangen?

Neun von zehn Ärzten, MFA und Pflegekräften in Praxen und Kliniken wollen sich laut Umfrage der TU München gegen SARS-CoV-2 impfen lassen. Mehr als ursprünglich erwartet.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Kristian Kähler, Intensivpfleger auf der Corona-Inensivstation der Asklepios Klinik Barmbek, war der zweite Mitarbeiter der Hamburger Asklepios Kliniken, der noch Ende des Jahres 2020 eine Corona-Impfung erhalten hat. Das Beispiel der früh geimpften Kräfte im Gesundheitswesen macht anscheinend Schule, wie eine Befragung von Februar gezeigt hat.

Kristian Kähler, Intensivpfleger auf der Corona-Inensivstation der Asklepios Klinik Barmbek, war der zweite Mitarbeiter der Hamburger Asklepios Kliniken, der noch Ende des Jahres 2020 eine Corona-Impfung erhalten hat. Das Beispiel der früh geimpften Kräfte im Gesundheitswesen macht anscheinend Schule, wie eine Befragung von Februar gezeigt hat.

© dpa

München. Der Anteil der Impfskeptiker unter Ärzten und vor allem beim Pflegepersonal scheint sich nach dem Start der Impfkampagne deutlich reduziert zu haben. In einer nichtrepräsentativen Online-Umfrage mit 4500 verwertbaren Antworten fanden Forscher des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München heraus, dass sich 91,7 Prozent der Teilnehmer nach eigener Aussage gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 vakzinieren lassen wollen oder zum Zeitpunkt der Befragung bereits geimpft waren. Die Studie wurde als Preprint auf dem Portal „MedRxiv“ online vorab veröffentlicht (medRxiv 2021.04.20: 21255794) und zwischenzeitlich auch beim Fachjournal „Vaccines“ zur Begutachtung eingereicht.

An der Studie im Rahmen des CEOsys-Projekts (COVID-19-Evidenz-Ökosystem) des Netzwerkes Universitätsmedizin unter Leitung des Universitätsklinikums rechts der Isar in München waren insgesamt 13 Wissenschaftler beteiligt. Basis der Analyse ist eine anonymisierte Online-Befragung, die im Zeitraum von 2. bis 28. Februar 2021 an Gesundheitspersonal in ganz Deutschland durchgeführt worden ist. „Am überraschendsten war ganz klar die hohe Impfbereitschaft in Deutschland, die viel höher war, als vorherige Studien hatten erwarten lassen“, verdeutlicht Professor Christoph Schmaderer, geschäftsführender Oberarzt der Abteilung für Nephrologie am Universitätsklinikum rechts der Isar.

Keine Corona-Ausfälle beim Personal mehr zu erwarten

Somit sei mit größeren durch COVID-19 bedingten Ausfällen beim medizinischen Personal im Verlauf der Pandemie wahrscheinlich nicht mehr zu rechnen – eine beruhigende Entwicklung, betonen die Wissenschaftler.

Eine Kautel der Arbeit bleibt jedoch: Die Bekundung der Impfbereitschaft wurde am 28. Februar beendet, zwei Wochen bevor hierzulande die ersten Fälle von Sinusvenenthrombosen in Folge der Impfung mit Vektorimpfstoffen bekannt wurden. Die Diskussion mit wechselnden Impfempfehlungen war erst im März aufgekommen. Andererseits war das medizinische Personal noch nicht als prioritär zu impfen klassifiziert worden.

Die Impfbereitschaft sei bei Teilnehmern unter 20 Jahren am geringsten gewesen. Dies könne damit zusammenhängen, dass sie sich am wenigsten von COVID-19 bedroht fühlen, so Schmaderer. Auch Misstrauen in Regierungsbehörden und in die Pharmaindustrie waren der Studie zufolge Einflussfaktoren für eine Impfablehnung. Teilnehmern, die Impfungen ablehnten, nutzten außerdem häufiger Messenger-Dienste und Videostreaming-Plattformen. Fehlendes Wissen zu den Impfstoffen oder das Gefühl, nicht ausreichend informiert zu sein, ging ebenfalls öfter mit einer Ablehnung einer Corona-Impfung einher.

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