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Adjuvante Brustkrebstherapie länger als fünf Jahre sinnvoll

HANNOVER (grue). Frauen mit operiertem, Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs und hohem Rezidivrisiko sollten eine adjuvante Hormontherapie erhalten, die nach der aktuellen Datenlage auch länger als fünf Jahre dauern kann.

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Postmenopausale Frauen mit frühem hormonsensitivem Mamma-Ca wurden bisher fünf Jahre lang mit dem Anti-Östrogen Tamoxifen behandelt. Das reduziert im Vergleich zu Placebo die Rezidive um 47 Prozent und die Sterblichkeit um 26 Prozent.

    In einer neuen Studie wird der Langzeitnutzen der Behandlung geprüft.
   

Die Wirksamkeit der adjuvanten Therapie kann aber durch Aromatasehemmer weiter verbessert werden, wie Privatdozent Dr. Jens Huober von der Frauenklinik Tübingen auf einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis in Hannover gesagt hat. Diese Substanzen blockieren die für das Tumorwachstum wichtige Östrogenbildung und werden anstelle von Tamoxifen oder im Anschluß an eine solche Behandlung eingenommen.

So wurde Anfang 2005 - wie berichtet - aufgrund überzeugender Daten der Aromatasehemmer Letrozol (Femara®) für die Post-Tamoxifen-Behandlung bei hormonabhängigem Brustkrebs im Frühstadium zugelassen. Grundlage hierfür bildet die MA-17-Studie, an der über 5100 Frauen nach abgeschlossener Tamoxifen-Therapie teilgenommen haben.

Sie erhielten eine um fünf Jahre erweiterte adjuvante Therapie, entweder mit Letrozol oder mit Placebo. Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, weil sich bereits nach zweieinhalb Jahren deutliche Vorteile für die Letrozol-Gruppe abzeichneten. Wie Huober berichtete, hatten mit Letrozol behandelte Frauen zu diesem Zeitpunkt ein um 42 Prozent reduziertes Rezidivrisiko, und zwar unabhängig vom Nodalstatus oder der vorherigen Chemotherapie.

"Erstmals wurde in dieser Studie auch ein statistisch gesicherter Überlebensvorteil für die Therapie mit einem Aromatasehemmer nachgewiesen", so Huober.

Er gilt aber nur für Frauen mit axillärem Lymphknotenbefall bei der Erstdiagnose, die als Risiko-Patientinnen einzuordnen sind: "Für diese Frauen ist die Post-Tamoxifen-Therapie mit Letrozol besonders empfehlenswert." Auch Frauen, die zwar unauffällige Lymphknoten, aber einen großen oder schlecht differenzierten Tumor bei der Diagnose hatten, sollten eine verlängerte Therapie mit einem Aromatasehemmer erhalten.

Zum Langzeitnutzen der Östrogenblockade sei eine auf MA-17 aufbauende Studie geplant, so Huober. Frauen erhalten nach fünf Jahren Tamoxifen für bis zu zehn Jahre Letrozol oder Placebo. Die Gesamtdauer der adjuvanten Therapie beträgt 15 Jahre. Dies sei womöglich sinnvoll, so der Gynäkologe, denn Frauen mit großem oder aggressivem Tumor hätten noch Jahre nach der Op ein erhöhtes Rückfall- und Sterberisiko.

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