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Schlafstörungen mischen oft mit

Nicht nur mit Blick auf die Tagesmüdigkeit macht es Sinn, bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Schlafstörungen zu fahnden. Internistische Patienten profitieren auch hinsichtlich der Grunderkrankung, wenn der Schlaf sich bessert.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Schlafstörungen: mal Ursache, mal Folge internistischer Erkrankungen.

Schlafstörungen: mal Ursache, mal Folge internistischer Erkrankungen.

© DAK

WIESBADEN. "Es gibt praktisch keinen Bereich in der Inneren Medizin, in dem nicht auch Schlafstörungen auftreten können", sagte Professor Winfried Randerath vom Krankenhaus Bethanien in Solingen.

Besonders relevant sei das Thema Schlafstörungen bei Patienten mit metabolischen Erkrankungen. Hier gebe es geradezu einen Teufelskreis, der dafür sorge, dass sich Diabetes und speziell schlafbezogene Atemstörungen gegenseitig verschlimmerten.

Deutlich wird das schon allein bei einem Blick auf die Inzidenzen. Während die Häufigkeit schlafbezogener Atemstörungen in der Allgemeinbevölkerung im unteren einstelligen Prozentbereich liegt, erreichen Diabetespatienten 25 bis 40 Prozent.

"Schlafbezogene Atemstörungen sind ungünstig für die Prognose des Diabetes", so Randerath beim Internistenkongress.

Die nächtlichen Arousals führen bei den Patienten zu Stressreaktionen, bei denen vermehrt Insulin ausgeschüttet wird. Das steigert die Insulinresistenz und begünstigt so das Fortschreiten des Diabetes.

Wenig Schlaf, mehr Hunger

Schlafbezogene Atemstörungen verstärken über einen Anstieg des Sympathikotonus außerdem das Hungergefühl. Die Betroffenen nehmen mehr Nahrung und Energie zu sich.

Das begünstigt Fettleibigkeit. Und die verschlimmert die schlafbezogenen Atemstörungen, was den Teufelskreis schließt.

Ähnliche Zusammenhänge kennen Experten auch zwischen schlafbezogenen Atemstörungen und kardiovaskulären Erkrankungen. Hier existieren auch Interventionsstudien, die den Nutzen einer nächtlichen CPAP-Beatmung belegen.

Die beiden interessantesten Patientengruppen sind Patienten mit Herzinsuffizienz und Patienten mit schwer einstellbarer arterieller Hypertonie.

Bei den männlichen Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA III/IV) haben Daten des Schlaf HF-Registers zufolge rund 40 Prozent auch eine schlafbezogene Atemstörung.

Die Quote bei Frauen ist etwas niedriger, nähert sich mit zunehmendem Alter aber der bei Männern an.

"Ähnlich wie beim Herzinfarkt werden Frauen mit Schlafapnoe zu selten diagnostiziert, weil sie eher untypische Symptome haben", betonte Dr. Michael Arzt vom Universitätsklinikum Regensburg.

CPAP als Option bei Hypertonie

Lautes Schnarchen und nächtliche Atemstillstände werden zumindest weniger wahrgenommen. Dafür klagen die betroffenen Frauen sehr viel häufiger über morgendliche Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Depression oder nehmen Sedativa.

Sehr therapierelevant ist, dass sich bei Patienten mit Herzinsuffizienz und obstruktiver Schlafapnoe die Symptome teilweise überlagern. Wie die Herzinsuffizienz kann auch die Schlafapnoe nächtliche Dyspnoe und Nykturie verursachen.

Entsprechend lassen sich mit der CPAP-Beatmung diese scheinbaren Herzinsuffizienzsymptome oft deutlich bessern. "Wir haben eine Reihe von Patienten, die CPAP nur deswegen regelmäßig benutzen, weil sie damit ihre Nykturie in den Griff kriegen", so Arzt.

Bei Patienten mit arterieller Hypertonie sollten Ärzte zumindest dann an eine schlafbezogene Atemstörung denken, wenn sie den Hochdruck medikamentös nicht kontrollieren können.

Liegt ein ausgeprägtes Schlafapnoesyndrom vor, dann kann die CPAP-Beatmung nämlich deutliche Effekte auf den Blutdruck haben.

Arzt zitierte in Wiesbaden eine Studie, in der systolischer, diastolischer und mittlerer Blutdruck allein durch CPAP um im Mittel 10 mmHg abnahmen.

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