Auch Pathologen nutzen Molekularmedizin

MAGDEBURG (gvg). Molekularmedizinische Untersuchungen werden immer mehr auch von Pathologen genutzt. Denn verstärkt hängen Entscheidungen, wie behandelt werden soll, unmittelbar von den Ergebnissen molekularpathologischer Untersuchungen ab.

Veröffentlicht:

"An den Unikliniken hat sich die Zahl der molekularen Untersuchungen in den vergangenen fünf Jahren - grob geschätzt - verfünffacht", sagte Professor Manfred Dietel vom Institut für Pathologie der Charité Berlin. Zu solchen Untersuchungen zählen vor allem molekulargenetische Tests.

"Möglicherweise wird in Zukunft jede in der Pathologie gestellte Krebsdiagnose durch ein genetisches Gewebeprofil ergänzt werden, das dann vom Molekularpathologen an den Gewebeschnitten erstellt wird", sagte Dietel bei der 91. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie in Magdeburg.

Vor allem das biologische Verhalten eines Tumors und die Wahrscheinlichkeit des Ansprechens auf medikamentöse Therapien, etwa mit dem Antikörper Trastuzumab, interessieren auch Pathologen immer mehr. Der humanisierte, monoklonale Antikörper bindet spezifisch an das Oberflächenprotein HER2. Das Eiweiß ist bei etwa 25 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs im Übermaß vorhanden und Ursache für ein besonders rasches Tumorwachstum. Dieses Phänomen wird als HER2-Überexpression bezeichnet.

Diese "prädiktive Pathologie", wie Dietel sie nennt, ist längst nicht mehr nur auf das Mamma-Ca beschränkt, wo im Zusammenhang mit einer möglichen Trastuzumab-Therapie schon heute drei von zehn bösartigen Tumoren molekularpathologisch untersucht werden. Auch beim Dickdarm-Ca können molekulargenetische Untersuchungen dabei helfen, jene Patienten zu identifizieren, die etwa von einer Behandlung mit dem Antikörper Cetuximab profitieren.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Brustkrebspatientin gegen Herpes zoster impfen?

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ärztin im Gespräch mit einem Patienten

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Tipps für den Reha-Antrag

Vorsorge oder Reha: Was es für die Genehmigung durch die Kostenträger braucht

Menschen in der Börse gucken auf ihre Bildschirme.

© Seth Wenig/AP/dpa

Praxiswissen Geldanlage

Die Börsentrias: Geduld, Disziplin und Sparplan

Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende