Coxib mit kurzer Eliminierungszeit reichert sich wenig in der Niere an

AMSTERDAM (hub). Haben Patienten Arthrose mit Schmerzen und Entzündung, sind nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) die Arzneimittel der Wahl. Ein neues Coxib erweitert die Therapie-Optionen: Lumiracoxib. Es ist bereits in Großbritannien zugelassen und soll Anfang 2007 auch in Deutschland erhältlich sein.

Veröffentlicht:

Lumiracoxib wirke ähnlich gut wie Diclofenac, so der Pharmakologe Professor Kay Brune von der Uni Erlangen. Das Coxib konzentriere sich im entzündeten Gewebe und weniger in der Niere, sagte Brune während des Rheumakongresses EULAR in Amsterdam. Einen besonderen Vorteil des neuen Präparats sieht Brune in dessen kurzer Eliminierungszeit von zwei bis vier Stunden.

Das habe zwei Vorteile: Zum einen ermögliche es eine bedarfsgerechte Therapie und eine bessere Kontrolle. Die Patienten können bei Bedarf nach einigen Stunden eine zweite Dosis einnehmen. Zum anderen kann es mit retardierter Galenik angeboten werden, soll die Wirkung verlängert werden.

Mit Coxiben sollten unerwünschte Wirkungen der traditionellen NSAR umgangen werden, erinnerte Brune bei der Veranstaltung von Novartis. Für den Magendarmtrakt, die Induktion von Asthma und die Störung der Blutgerinnung sei das gelungen, nicht jedoch bei Niere und kardiovaskulärem System.

Warum Coxibe kardiovaskuläre Risiken haben, erklärte Brune mit deren pharmakologischen Eigenschaften: Wird die Cyclooxygenase 2 (Cox-2) gehemmt, wird zum einen die Synthese des an der Schmerzvermittlung beteiligten Prostaglandins E2 unterdrückt.

Zum anderen wird aber auch die Prostazyklin-Synthese gehemmt. Das Enzym schütze Gefäße durch Hemmung der Plättchenbindung an der Gefäßwand. Dieser Schutz falle mit der Cox-2-Hemmung weg, so Brune. "Cox-2 wird nicht nur durch Coxibe, sondern auch durch die traditionellen NSAR gehemmt", so Dr. Wolfgang Bolten von der Klaus-Miehlke-Klinik in Wiesbaden.

Auch die Einnahme von tNASR erhöhe daher das kardiovaskuläre Risiko für Patienten mit Risikofaktoren - etwa koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Bypass-Op, Herzinfarkt.

Unterschiede zwischen Coxiben und tNSAR gebe es bei deren gastrointestinalen Risiken für Patienten mit entsprechenden Risikofaktoren wie Alter, Ulkusanamnese oder Steroidtherapie, so Bolten. "Zwar reduzieren Protonenpumpen-Hemmer (PPI) das gastrointestinale Risiko durch tNSAR im oberen Magendarmtrakt um etwa 50 Prozent", so Bolten.

"Doch die Hälfte aller Komplikationen bei tNSAR sind im unteren Gastrointestinaltrakt. Da wirken PPI nicht." Im Vergleich zu tNSAR reduzierten Coxibe das Risiko im gesamten GI-Trakt um etwa 70 Prozent.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft

Lesetipps
Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht