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Coxibe spielen ihre Trümpfe besonders im Dünndarm aus

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Hand eines Patienten mit Gelenkschwellungen. In der Therapie bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind NSAR unverzichtbar.

Hand eines Patienten mit Gelenkschwellungen. In der Therapie bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind NSAR unverzichtbar.

© Foto: Professor Jörn Kekow

WIESBADEN (hub). Coxibe und traditionelle NSAR (tNSAR) bleiben in der Rheuma-Therapie unverzichtbar. Das kardiovaskuläre Risiko ist für beide Substanzgruppen ähnlich. Für den Magen-Darm-Trakt haben Coxibe deutliche Vorteile.

Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen werden zurecht häufig mit Coxiben oder tNSAR behandelt. "Bestimmte Arzneikombinationen sollten aber unbedingt vermieden werden", sagte Privatdozentin Marina Backhaus von der Charité Berlin beim Rheuma Update in Wiesbaden. "Die Kombination von tNSAR und Steroiden wirkt ungünstig auf den Gastrointestinal-Trakt." Mit einer solchen Kombination werden achtmal so viele schwerwiegende GI-Komplikationen beobachtet wie mit Placebo.

"Besonders die Kombination traditioneller NSAR erhöht das GI-Risiko deutlich", so Backhaus. Während ein tNSAR im Vergleich zu Placebo das Risiko hier um etwa das Vierfache erhöhe, sei das bei einer tNSAR-Kombination bereits um den Faktor 18 der Fall. Konsequenz für die Praxis: Wird Patienten etwa Diclofenac verordnet, sollten sie auf diese Tatsache hingewiesen werden - denn oft werden sonst zusätzlich freiverkäufliche Präparate eingenommen.

Der Vorteil von Coxiben für den GI-Trakt ist eindeutig belegt. "Auch im Dünndarm führen Coxibe seltener zu Erosionen und Ulzera als tNSAR", so Backhaus. In einer Kapselendoskopie-Studie wurden über 300 Patienten zwei Wochen mit 2 x 200 mg/d Celecoxib (Celebrex®), 3 x 800 mg/d Ibuprofen plus 20 mg/d Omeprazol oder Placebo behandelt. Mehr als die Hälfte der Patienten in der Ibuprofen-Gruppe bekam mindestens eine Dünndarmläsion. Solche Ereignisse gab es mit dem Coxib oder Placebo viermal seltener (Clin Gastroenterol Hepatol 5, 2007, 1167).

So kurz wie nötig, so niedrig wie möglich, so die Regel der europäischen Arzneimittelbehörde zu Coxiben und tNSAR. Ein Wechsel von Einnahme-Zyklus und Pause ist aber möglicherweise ungünstiger als die kontinuierliche Arznei-Einnahme. So ergab eine kleine Studie mit 34 Patienten: Nach Absetzen von Coxiben oder tNSAR war die Plättchenaktivität deutlich höher als mit Placebo. Zwischen den beiden Verum-Gruppen gab es während und nach der Therapie keine Unterschiede. Weitere randomisierte Studien seien hier nötig, so Backhaus. Und: Nach Unterbrechung einer Coxib- oder tNSAR-Behandlung sei eine aggressive Antiplättchen-Therapie nötig.

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