Direkt zum Inhaltsbereich

Herzinsuffizienz

Forschung zum Calcium-Leck ausgezeichnet

Forscher haben untersucht, welche Effekte die Hemmung des Calciumlecks auf Herzschwäche und Arrhythmien hat.

Veröffentlicht:

FRANKFURT / MAIN. Für seine Arbeit zu den Ursachen der Herzschwäche, die in Verbindung mit Arrhythmien stehen können, ist Privatdozent Dr. Karl Toischer vom Herzzentrum der Unimedizin Göttingen mit dem August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis (Dotation: 15.000 Euro) ausgezeichnet worden.

Zentraler Gegenstand von Toischers Arbeit "Role of sarcoplasmic reticulum calcium leak in heart failure" ist eine Störung der für die Kontraktion des Herzmuskels wichtigen Calciumversorgung, die durch ein Leck eines zellinternen Calciumspeichers, dem sarkoplasmatischen Retikulum (SR), hervorgerufen wird, teilt die Deutsche Herzstiftung mit.

Im Verlauf einer Herzinsuffizienz kommt es ja zu Veränderungen der Calciumströme. Dabei zeigt sich ein erhöhtes Leck des SR mit Verlust von Calcium in der Diastole. Dieses Leck ist bereits gut beschrieben.

Die Bedeutung des Lecks für den Verlauf der Herzschwäche und das Auftreten von Rhythmusstörungen ist aber bisher nicht geklärt worden, so Toischer in der Mitteilung der Herzstiftung.

Was bringt die Hemmung des Lecks?

Toischer und sein Team gingen von der Annahme aus, dass das SR-Leck nicht nur das Fortschreiten der Herzschwäche mit verursacht, sondern auch an der Entstehung von ventrikulären Arrhythmien beteiligt sein könnte. Deswegen untersuchten sie, welche Effekte die Hemmung des SR-Lecks auf die Herzschwäche, aber auch auf Herzrhythmusstörungen haben kann.

Im Tierexperiment habe eine dauernde Verabreichung eines neuen spezifischen Hemmstoff des SR-Lecks (S36) zu einer Normalisierung des Lecks und zum verbesserten Überleben geführt, heißt es weiter.

Die Ursache hierfür sei aber nicht ein verlangsamtes Fortschreiten der Herzschwäche, sondern eine deutliche Verringerung von ventrikulären Arrhythmien, so Toischer. S36 könnte daher für die Therapie bei Arrhythmien von Nutzen sein. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf

Lesetipps
Eine Impf-Spritze liegt auf einem Impfpass.

© Andreas Gruhl / stock.adobe.com

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt