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HIV-Infizierte in Deutschland sind gut therapiert

NEU-ISENBURG (Rö). Die antivirale Therapie HIV-Infizierter in Deutschland ist weiterhin erfolgreich. Bei fast zwei Dritteln der behandelten Patienten lassen sich keine Viren im Blut mehr nachweisen.

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Dies belegt eine Auswertung der Daten von fast 9000 Teilnehmern der deutschen Kohortenstudie zum Stichtag Ende Oktober. Die Analyse hat das Kompetenznetz HIV/AIDS vor kurzem vorgelegt.

Danach erhalten derzeit 68 Prozent der Teilnehmer an der Kohorte eine antiretrovirale Therapie. Bei 62 Prozent der Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, lassen sich keine Viren im Blut nachweisen. Dies gilt unabhängig davon, in welchem Therapiestadium die Patienten sind. Mit 43 Prozent ist bei fast jedem zweiten noch das Therapieschema wirksam, mit dem die Therapie begonnen worden war.

Die Mehrzahl der Patienten in der Kohorte des Kompetenznetzes HIV/AIDS sind Männer und haben Geschlechtsverkehr mit Männern.

Die Patienten wissen von ihrer HIV-Infektion im Schnitt seit acht Jahren. Fast jeder vierte Patient der Kohorte hat inzwischen das Vollbild erreicht.

Wie der Sprecher des Kompetenznetzes Professor Norbert Brockmeyer von der Universität Bochum hinweist, sind die Patienten in den Industrieländern durch die wirksamen antiviralen Therapien mittlerweile in die Jahre gekommen. Patienten im Alter von 50 bis 70 Jahren mit fast 20-jähriger HIV-Infektion sind keine Seltenheit mehr.

Das kardiovaskuläre Risiko solcher Patienten ist gestiegen: als Folge des höheren Alters, als Folge unerwünschter metabolischer Wirkungen mancher antiviraler Therapien, durch die Krankheit selbst sowie durch das häufig oft langjährige Zigarettenrauchen.

Für die HIV-Spezialisten bedeutet das, daß sie zusätzlich zur Kontrolle von Viruskonzentration im Blut und T-Helferzell-Zahl auch die Diagnostik und Therapie wegen der Begleiterkrankungen im Blick haben müssen.

Zudem müssen Allgemeinmediziner und Internisten zunehmend damit rechnen, daß HIV-Infizierte nicht primär wegen ihrer Virusinfektion ärztlichen Rat suchen, sondern daß vermeintlich HIV-untypische Begleiterkrankungen Grund für die Konsultation sind.

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