Metallspange drückt Mitralklappen-Segel wieder zusammen

HAMBURG (nie/mal). Die minimal-invasive Herzklappen-Therapie mit einer Metall-Spange verläuft nach dem selben Prinzip wie das Einsetzen eines Stents. Das sagte Professor Hermann Reichenspurner, der Ärztliche Leiter des Herzzentrums der Uni Hamburg (UHZ), zur "Ärzte Zeitung". Bislang gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Thrombose-Risiko. 2006 sollen 30 Patienten eine Metall-Spange erhalten.

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Die Metallspange wird mit einem speziellen Kathetersystem so komprimiert, daß sie problemlos etwa über die rechte Vena jugularis in den Koronarsinus geführt werde kann. Dort öffnet sich die Spange nach Zurückziehen der Hülse. Die Spannung sei so gewählt, daß die Spange sich an der Oberfläche der Vene festdrücke, nicht verrutsche, die Venenwand aber auch nicht schädige, sagte Reichenspurner.

Könnte das Gefäß reißen?

    Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Thrombose-Risiko.
   

Eine solche Komplikation habe es bei den ausführlichen Vorversuchen, vor allem tierexperimentellen Studien, nicht gegeben, sagte Reichenspurner. Die Spange gebe es in mehreren Größen, so daß für jeden Patienten - abhängig etwa von den Ergebnissen von CT und Echokardiographie - die passende gewählt werden könne.

Könnte es durch die Metallspange im Koronarsinus zu Thrombosen kommen?

Nach den Voruntersuchungen ist keine erhöhte Thrombosegefahr anzunehmen. Deshalb wird nach dem Legen der Spange nur kurzfristig mit Clopidogrel behandelt. Eine langfristige Therapie bräuchten Patienten nach einem solchen Katheter-Eingriff nicht grundsätzlich, sagt Reichenspurner.

Der 62jährige Patient mit hochgradiger Mitralklappen-Insuffizienz, dem der Kardiologe Professor Joachim Schofer an der UHZ in dem einstündigen Eingriff unter Narkose als erstem Patienten weltweit eine solche Spange eingelegt hat, erhält keine Langzeit-Plättchenhemmung.

Bei jedem künftig mit einer Metallspange behandelten Patienten werde individuell anhand der Risikofaktoren entschieden, wie lange ein Thromboseschutz notwendig sei, sagte Reichenspurner. Innerhalb des nächsten Jahres sollen 30 Patienten mit Mitralinsuffizienz und hohem Op-Risiko in einer Studie mit der Metallspange behandelt werden.

Dem 62jährigen Patienten geht es gut: "Die Insuffizienz der Mitralklappe hat erheblich reduziert werden können", so Reichenspurner. Der Mann habe anstatt einer schwergradigen nur noch eine leichtgradige Mitralklappen-Insuffizienz, die auch bei einer Op hätte zurückbleiben können; "damit kann man leben!"

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