Direkt zum Inhaltsbereich

USA: Rivaroxaban bei Vorhofflimmern positiv bewertet

ADELPHI (ob). Ein Beraterausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA hat sich jetzt mit klarer Mehrheit für die Zulassung des oralen Faktor-Xa-Hemmers Rivaroxaban (Xarelto®) zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern in den USA ausgesprochen. Das Gremium aus externen Experten votierte mit 9 zu 2 Stimmen bei einer Enthaltung für die Zulassung.

Veröffentlicht:

Dieses Votum steht im Gegensatz zur kritischen Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde. In den von FDA-Mitarbeitern erarbeiteten Materialien zur Tagung am 8. September war zu lesen, dass die eingereichten Studiendaten eine Zulassung als nicht gerechtfertigt erscheinen lassen.

Moniert wurde, dass die Qualität der Antikoagulation mit dem Vitamin-K-Antagonisten Warfarin in der Vergleichsgruppe der ROCKET-HF-Studie - gemessen an der "Zeit im therapeutischen Bereich" - nicht ausreichend gewesen sei.

Einwände gab es auch wegen aufgetretener Probleme beim Wechsel von Rivaroxaban auf Warfarin am Ende der Doppelblind-Studie.

Die jetzt getroffene abweichende Entscheidung der Gutachter ist für die US-Behörde nicht bindend, jedoch folgt sie in der Regel dem Beraterbeschluss. Die FDA-Entscheidung wird für Anfang November erwartet.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Phase-III-Studie EMPHASIS

Antibiotikum verbessert wohl Prognose nach leichtem Schlaganfall

ACC-Kongress

Vorhofflimmern: Kann ein Vorhofohrverschluss die Antikoagulation ersetzen?

Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 10.09.201112:36 Uhr

Berater-Ausschuss??

Sorry, aber diese 9 zu 2 Empfehlung der externen FDA-Berater für die Zulassung von Rivaroxaban (Xarelto®) zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (VHF) ist Ausschuss. Dieser Faktor-Xa-Hemmer, der in der ROCKET-AF-Studie nur die Nicht-Unterlegenheit gegenüber Phenprocoumon (Warfarin-USA, Marcumar-D) nachweisen konnte ("In patients with atrial fibrillation, rivaroxaban was noninferior to warfarin for the prevention of stroke or systemic embolism") kann ohne weitere Interventions- und "Intention-to-treat"-Studien n i c h t bestehen. Bisher weist die Substanz nur „me too“ Kriterien und keine Verbesserungsoption auf

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47043/Neuer_Ansatz_fuer_Prophylaxe_von_Schlaganfaellen_bei_Vorhofflimmern.htm

Die etablierte, aber laborintensive, compliance-fordernde und komplikationsreiche Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten (VKA) bei unseren Patienten/-innen mit VHF hat zwei, durch Studien überzeugende Alternativen:

1. Den direkten Thrombinhemmer Dabigatran (Pradaxa®); die Überlegenheit gegen VKA belegt mit der RE-LY Studie und jüngst europaweit mit 2 x 150 mg tgl. standardmäßig bzw. 2 x 110 mg Tbl. tgl. bei über 80-Jährigen zugelassen und "on-label" verordnungsfähig.

2. Apixaban (Eliquis®), einen Faktor-Xa-Hemmer in der EU-Zulassungspipeline für die Therapie des VHF, der in der ARISTOTLE-Studie den VKA deutlich überlegen war.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund





Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Elternzeit, Krankheitsvertretung und Co.

Befristete Arbeitsverträge: Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte