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Rauchverzicht senkt Herzinfarktrate stärker als Hochdruck-Therapie

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Zigarette, nein danke! Mit ärztlicher Betreuung steigen die Chancen für einen Ausstieg aus der Sucht.

Zigarette, nein danke! Mit ärztlicher Betreuung steigen die Chancen für einen Ausstieg aus der Sucht.

© Foto: ill

LONDON (gvh). Der Verzicht auf Zigarettenrauchen trägt im Vergleich zur Reduktion anderer Risikofaktoren am stärksten zur Senkung des Herzinfarkt-Risikos bei. Der Nutzen ist viel größer als eine gute Einstellung des Blutdrucks und der Blutfettwerte, wie eine britische Studie ergeben hat.

Körperliche Aktivität hatte nur geringen Schutzeffekt fürs Herz.

Dr. Sarah L. Hardoon und ihre Kollegen untersuchten in der Studie The British Regional Heart Study (Circulation 117, 2008, 598) knapp 6800 Männer im Alter von 40 bis 59 Jahren aus ganz Großbritannien. Die Männer beantworteten sowohl zu Beginn der Studie, als auch nach 5, 13, 17 und 20 Jahren Fragen über ihren Zigaretten- und wöchentlichen Alkohol-Konsum, über körperliche Betätigung und ihr Körpergewicht. Zusätzlich wurden zu Beginn der Studie und nach 20 Jahren BMI, Blutdruck, Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin untersucht.

Die Ergebnisse der Studie:

  • Herzinfarktrisiko: Das altersabhängige Risiko für einen ersten Myokardinfarkt hat sich in 20 Jahren mehr als halbiert. Seit dem Jahre 1978 sank das relative Risiko um 62 Prozent. In der Altersgruppe der 60 bis 64-Jährigen zum Beispiel sank die Zahl der Herzinfarkte pro 1000 Personenjahre von 11,2 auf 5,1.
  • Zigarettenkonsum: Die abnehmende Zahl der Raucher trägt am stärksten zu dieser Entwicklung bei. 23 Prozent der beobachteten Risikoabnahme lassen sich darauf zurückführen.
  • Blutdruck/Blutfette: Eine bessere Blutdruckeinstellung hat das Infarktrisiko um etwa 13 Prozent gesenkt, höhere HDL-Werte um 12 Prozent und Veränderungen beim nicht-HDL-Cholesterin haben einen Anteil von etwa 10 Prozent.
  • Bewegung/Alkoholkonsum: Kör-perliche Aktivität trugen mit fünf Prozent und Alkoholkonsum mit einem Prozent nur geringfügig zur Risikoabnahme für einen ersten Myokardinfarkt bei.
  • BMI: Der BMI der Männer nahm im Verlauf der 25 Jahre zu und trug eher zur Risikoerhöhung bei (sieben Prozent Risikozunahme).

Das bedeutet: Die vier Faktoren Zigarettenkonsum, systolischer Blutdruck, nicht-HDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin haben statistisch signifikant zur Reduktion des Herzinfarktrisikos beigetragen und erklären damit 46 Prozent der beobachteten Risikoabnahme. In der Studie wurde allerdings nicht unterschieden, ob Verbesserungen bei den Risikofaktoren - besonders bei Blutdruck und Blutfetten - einer medikamentösen Behandlung oder der Änderung des Lebensstils zu verdanken sind.

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