Schmerzen

Bei Entzündungsschmerzen geht es nicht ohne NSAR

WIESBADEN (grue). Patienten mit chronischem Entzündungsschmerz brauchen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), klassische nicht-selektive NSAR oder Coxibe. Sonst gibt es kaum medikamentöse Therapie-Optionen. Für Opioide etwa gibt es bei Entzündungsschmerzen nur wenige kontrollierte Studien.

Veröffentlicht:

Eine kausale Therapie bei entzündlichen Schmerzen ist bisher nicht möglich. Das könnte sich ändern, wenn Analgetika mit der Bezeichnung DREAM (downstream regulatory element antagonistic modulator) weiterentwickelt werden. Sie sollen die zentrale Schmerzverarbeitung beeinflussen. "Aber diese Substanzen gibt es noch lange nicht, also müssen wir uns auf die symptomatische Therapie konzentrieren." Darauf wies Professor Christian Baerwald von der Universität Leipzig bei einer Veranstaltung von Pfizer in Wiesbaden hin.

Analgetika der Wahl sind daher klassische NSAR vom Diclofenac-Typ und selektive NSAR wie Celecoxib (Celebrex®). Die Coxibe wirken nach Einschätzung von Baerwald ähnlich gut analgetisch und antiphlogistisch wie NSAR. Ihr Vorteil liegt bekanntlich in der besseren gastrointestinalen Verträglichkeit. Andererseits steigt unter einer Coxibtherapie das kardiovakuläre Risiko leicht an . Ein erhöhtes Risiko wurde aber in einer Fall-Kontroll-Analyse auch für Diclofenac und Ibuprofen belegt.

"Ohne NSAR geht es in der Schmerztherapie ohnehin nicht, also muß eine Wahl getroffen werden", so Baerwald. Bei älteren Patienten oder solchen mit Ulkusrisiko kann ein klassisches NSAR mit einem Protonenpumpenhemmer als Magenschutz kombiniert werden. Oder es wird ein Coxib verordnet, weil damit auch das Risiko für Ulzera im Dünndarm relativ gering ist.

Als Alternative kommen zur Behandlung bei starken Schmerzen sonst nur noch Opioide in Frage. Zu ihrer Wirksamkeit bei Nicht-Tumor-Schmerzen gibt es bislang nur wenige kontrollierte Studien. "Den Opioiden kann man für diese Indikation eine etwas bessere Wirksamkeit als NSAR bescheinigen", sagte Baerwald.

Zugleich müßten aber die unerwünschten Wirkungen der Opioid-Behandlung bedacht werden. Es gebe so gesehen wenig Therapiemöglichkeiten zur Behandlung bei chronischen Nicht-Tumor-Schmerzen. Baerwald: "Im wesentlichen müssen wir uns auf die NSAR mit Berücksichtigung ihres unterschiedlichen Profils unerwünschter Wirkungen konzentrieren."

Mehr zum Thema

Sperre, Knirschen, Knacken

Knieschmerz: Ist’s wirklich der Meniskus?

„EvidenzUpdate“-Podcast

Harnsäure – wann und wie senken, bei wem und wie intensiv?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Eine Pharmazeutisch Technische Assistentin kontrolliert in einer Apotheke die Anzeige eines Corona-Schnelltests.

Kritik von Ärzteverbänden

Kostenlose Corona-Testung – Start mit Hindernissen

Wie viel Honorar pro Vertragsarzt gab es im ersten Halbjahr 2019? Die KBV hat genau nachgerechnet.

Statistik

Honorar aus Selektivverträgen wächst kräftig

Gleichstellung in der Medizin – was den Weg blockiert

Weltfrauentag

Gleichstellung in der Medizin – was den Weg blockiert