Schlaganfall

Karotis-Check im Ultraschall - dabei ist Kompetenz gefragt

HAMBURG (nke). Mit Farbdoppler-Ultraschall können Stenosen der Halsschlagader mindestens so gut beurteilt werden wie mit der Angiografie. Auch können damit das Schlaganfall-Risiko und die Notwendigkeit einer Op eingeschätzt werden. Voraussetzung ist, dass der Untersucher die Technik beherrscht und über ausreichende Erfahrung verfügt, um die Ultraschallbilder beurteilen zu können.

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So komme es immer wieder vor, dass Stenosen im Ultraschall diagnostiziert werden, die nicht vorhanden sind, oder dass Verengungen übersehen werden. Darauf machte Professor Christian Arning bei einer Veranstaltung der deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) in Hamburg aufmerksam.

Nur ein Arzt mit guter Ausbildung und Erfahrung könne eine Karotisstenose sicher erkennen und das davon ausgehende Schlaganfallrisiko beurteilen, sagte der Vizepräsident der DEGUM. Kriterien für ein hohes Schlaganfallrisiko und die Notwendigkeit einer Operation sind etwa ein hoher Stenosegrad und die rasche Zunahme der Verengung. Um den Stenosegrad zu ermitteln, nutzte man früher die Katheter-Angiografie. Diese Methode ist aber selbst mit einem Schlaganfallrisiko von etwa einem Prozent verbunden. Sie kann durch die Sonografie ersetzt werden - wenn erfahrene Ärzte zur Verfügung stehen. "Mit dem Ultraschall lässt sich der Stenosegrad mindestens so genau wie mit der Angiografie feststellen und vor allem im Verlauf beobachten", sagte der Experte von der Asklepiosklinik Hamburg-Wandsbek.

Allen Patienten mit erhöhtem Gefäßrisiko - bei familiärer Häufung von Schlaganfall oder Herzinfarkt, hohem Cholesterin, Diabetes oder Bluthochdruck - rät Arning, in regelmäßigen Abständen eine Sonografie der Halsarterien machen zu lassen. Hochgradige Stenosen oder Blutgerinnsel können operiert werden.

Drei-Stufen-Konzept der DEGUM für vaskuläre Ultraschalldiagnostik: www.degum.de/fileadmin/user_upload/3-Stufenkonzept_Ratifiziert_2006.pdf

Zertifikate für die Sonografie

Da die Qualität der Ultraschall-Ausbildung unterschiedlich ist, bietet das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) Orientierung. Die DEGUM hat ein mehrstufiges Zertifizierungsverfahren entwickelt. Die Zahl der absolvierten Untersuchungen ist nur eines der Kriterien. Ärzte mit Zertifikat der Stufe II sind nach Angaben der DEGUM ausreichend erfahren, um die erforderliche Gefäßdiagnostik vor einer Karotis-Op allein mit Ultraschall machen zu können. Für DEGUM-Stufe II wird der Nachweis von 2000 untersuchten Gefäßen verlangt. Außerdem müssen jährlich mindestens 600 selbst durchgeführte oder supervisierte Untersuchungen in dem jeweiligen Anwendungsbereich nachgewiesen werden. (nke)

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