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Stresstest weist den Weg bei Verdacht auf KHK

Ein Test auf induzierbare Ischämie ist nach wie vor maßgebend für das weitere Vorgehen bei Verdacht auf eine KHK. Die Computertomografie ist keine geeignete Screening-Methode.

Von Heinz Dieter Rödder Veröffentlicht:
Beim Belastungstest auf dem Fahrradergometer zeigt sich die kardiopulmonale Fitness.

Beim Belastungstest auf dem Fahrradergometer zeigt sich die kardiopulmonale Fitness.

© Foto: Klaro

Eine Computertomografie sollte nicht als Screening-Test auf eine koronare Herzkrankheit bei asymptomatischen Patienten verwendet werden. Das hat Professor Frank Arnold Flachskampf von der Universität Erlangen-Nürnberg betont. Ein Test auf induzierbare Ischämie bleibe zentral zur Entscheidung über das weitere Vorgehen bei Verdacht auf KHK. Dies könne nicht durch morphologische Informationen ersetzt werden. Die Abbildung morphologischer Strukturen liefert keine funktionellen Informationen, wie der Experte sagte.

Zwar gilt: Die Computertomografie eignet sich, um eine KHK auszuschließen. Aber die Methode geht mit einer Strahlenbelastung einher, die nach einem aktuellen Bericht 6 bis 11 mSv beträgt. Außerdem werden für die Untersuchung 60 bis 80 ml Kontrastmittel gebraucht.

Dazu müssten einige Fakten über KHK bedacht werden, erinnerte Flachskampf. Nach Erfahrungen mit Stresstests wie dem Belastungs-EKG hätten Patienten ohne stressinduzierte Ischämie eine ausgezeichnete Prognose. Aber sie werde um so schlechter, je stärker das Ausmaß der stressinduzierten Ischämie zunimmt.

Hinzu komme, dass eine angiografisch bestätigte KHK ohne stressinduzierte Ischämie und ohne Herzinsuffizienz mit einer relativ guten Prognose einhergeht: Die Sterbe- oder Infarktrate beträgt weniger als ein Prozent pro Jahr. Es gebe keine Daten, wonach Patienten ohne induzierbare Ischämie eine Revaskularisation erhalten sollten. Umgekehrt belegten Studien, dass sogar bei stressinduzierter Ischämie konservativ behandelt werden könnte.

Für den Einsatz der Computertomografie kristallisieren sich nach Angaben des Wissenschaftlers zwei Gruppen heraus. Zur einen gehören symptomatische Patienten mit einer niedrigen bis mittleren Prä-Test-Wahrscheinlichkeit auf KHK. Hier könnten sich Infos zur Risikostratifizierung ergeben, und gegebenenfalls lasse sich eine Koronar-Angiografie vermeiden. Zur anderen gehören Patienten in der Notaufnahme, besonders in einer "Chest-Pain-Unit”. Hier kann man rasch eine KHK oder etwa eine Aorten-Dissektion ausschließen.

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