Zeitenwende

BÄK-Chef Reinhardt: „Brauchen Resilienzstrategie für den Verteidigungsfall“

80 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs ist der Ernstfall in Europa wieder eine denkbare Option. Darauf muss sich auch das Gesundheitssystem einstellen.

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Berlin. Die veränderten Prioritäten der europäischen Sicherheitspolitik stellen nach Ansicht der Bundesärztekammer auch die hiesige medizinische Versorgung vor neue Herausforderungen. „Das Gesundheitswesen in Deutschland braucht eine umfassende Resilienzstrategie, auch für den Bündnis- beziehungsweise Verteidigungsfall“, so BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt anlässlich der „Fachtagung Kritis“ am Donnerstag in Berlin.

Einerseits müsse sich die NATO auf ein mögliches Bedrohungsszenario durch Russland bei einem Überfall auf die baltischen Staaten vorbereiten. Im Bündnisfall wäre Deutschland dann „logistische Drehscheibe für 750.000 alliierte Soldaten“ – einschließlich deren medizinischer Versorgung.

„Mammutaufgabe“

Zum anderen könnte ein Waffenstillstand in der Ukraine „dazu führen, dass hunderttausende Verwundete aus dem Kriegsgebiet hier versorgt werden müssen – eine Mammutaufgabe für Krankenhäuser, Arztpraxen und den Öffentlichen Gesundheitsdienst“. Auf beide Szenarien sei Deutschland derzeit nicht gut genug vorbereitet.

„Deshalb müssen Strukturen und Prozesse gestärkt werden“, so BÄK-Chef Reinhardt weiter, „die es uns ermöglichen, im Ernstfall schnell und effektiv zu reagieren“. Das lasse sich „nur durch eine gut organisierte zivil-militärische Zusammenarbeit stemmen“. (cw)

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