Direkt zum Inhaltsbereich

Eingriff in Mechanismus der Herz-Hypertrophie

Forscher legen Schalter im Hypertrophie-Mechanismus des Herzens um. Der Weg bis zur Therapie beim Menschen ist lang.

Veröffentlicht:

HEIDELBERG (eb). Dauerhafter Bluthochdruck sowie Engstellen an Herzklappen oder Aorta sind Schwerstarbeit für das Herz.

Kompensiert es diese Belastung durch übermäßiges Muskelwachstum, können chronische Herzschwäche bis hin zum Herzversagen die Folgen sein.

Das Multifunktionseiweiß CaMKII reguliert die Anpassung des Herzens an Belastung, macht es aber auch anfällig für chronische Herzschwäche. Wie man den Negativeffekt des Proteins vermeiden kann, erforscht ein Team um Dr. Johannes Backs, einem Kardiologen an der Medizinischen Uniklinik Heidelberg. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hat der Gruppe dafür Forschungsstipendien von 50.000 Euro zugeteilt.

Das Team zeigte 2009 an gentechnisch veränderten Mäusen, die das Protein CaMKII (Calcium/Calmodulin-abhängige Kinase II) nicht bilden können, dass ohne dieses Protein die Hypertrophie des Herzens bei Belastungsstress nur gering ist. Da aber die Kinase weitere Funktionen im Herzen erfüllt, kann es schädlich sein, sie auszuschalten. Daher soll deren Wirkung auf andere Eiweiße, die ebenfalls eine Rolle bei dem Mechanismus spielen, blockiert werden.

Vielversprechender Kandidat für eine solche gezielte Blockade ist die Histon-Deacetylase 4 (HDAC4), welche übermäßiges Muskelwachstum hemmt, von CaMKII aber deaktiviert wird.

Im Tierversuch erproben die Forscher nun eine neue Therapie, um das zu verhindern: Mit Viren schleusen sie den genetischen Bauplan für eine veränderte Version von HDAC4 in die Herzzellen. Diese bilden dann das neue Protein, das nicht mehr von CaMKII deaktiviert werden kann. So wird das Herz vor übermäßigem Muskelwachstum geschützt, ohne dass weitere Funktionen von CaMKII oder HDAC 4 blockiert werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Galenus-Kandidat 2026

Weniger Herzinsuffizienz-Ereignisse bei HFpEF/HFmrEF

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren

Präexpositionsprophylaxe

HIV-PrEP: Diese Möglichkeiten gibt es

Barrieren abbauen

Menschen mit Behinderung in der Praxis: Kleine Stellschrauben, große Wirkung

Lesetipps
Viren schweben über Kot.

© Shawon / Generated with AI / Stock.adobe.com

Heimische Zoonosen

Wie Sie eine Hantavirus-Infektion erkennen