Hilft Soja in den Wechseljahren?

Viele Frauen mit Beschwerden in den Wechseljahren suchen nach Alternativen zu synthetischen Hormonpräparaten. Ob Soja helfen kann, haben Wissenschaftler jetzt untersucht.

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Der gesundheitliche Nutzen von Sojasprossen ist offen.

Der gesundheitliche Nutzen von Sojasprossen ist offen.

© sai / fotolia.com

MIAMI (hub). Eine Östrogentherapie mit oder ohne Progesteron schützt vor vielen Veränderungen vor allem in der ersten Zeit der Wechseljahre.

Doch die Ergebnisse der WHI-Studie (women's health initiative) haben diese Therapieform gegen Knochendichteverlust, Schlafstörungen, Hitzewallungen und Scheidentrockenheit in Verruf gebracht.

Denn die Hormonersatztherapie (HRT) erhöhte die Brustkrebsrate und führte zu mehr kardiovaskulären Ereignissen.

Suche nach nebenwirkungsarmen Alternativen

Frauen wie auch Ärzte sind daher auf Suche nach nebenwirkungsarmen Alternativen.

Da Frauen in Asien viele der Wechseljahresprobleme westlicher Frauen nicht kennen oder deutlich weniger ausgeprägt haben, lag die Vermutung nahe, dies könne etwas mit dem teils hohen Verzehr an Sojaprodukten zu tun haben. In vielen Nahrungsergänzungsmitteln für Frauen in den Wechseljahren sind daher Soja-Isoflavone enthalten.

Eine Studie mit knapp 250 Frauen kam allerdings zu einem negativen Ergebnis für Sojaisoflavone. Die Frauen - alle in den ersten fünf Jahren der Menopause - erhielten zwei Jahre lang entweder hochdosierte Soja-Isoflavone oder Placebo. Die Verumdosis entsprach der doppelten Menge an Soja-Isoflavonen, die in asiatischer Diät mit dem höchsten Sojaanteil enthalten ist (Arch Int Med 2011; 171: 1363).

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Bei der Knochendichte gab es keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen: Die DXA-Werte -  gemessen an mehreren Stellen - wichen nicht signifikant von einander ab.

Hitzewallungen in der Sojagruppe

Hinsichtlich der Wechseljahresbeschwerden fiel der Befund für die Soja-Isoflavone sogar schlechter aus: Zum Studienende berichtete jede zweite Frau in der Sojagruppe über Hitzewallungen, aber nur jede dritte in der Placebogruppe.

Und 31 Prozent der Frauen in der Sojagruppe berichteten über Darmträgheit, in der Placebogruppe waren es 21 Prozent. Der Unterschied war nicht signifikant.

Zwar sei es nötig, Frauen in der Menopause auch Alternativen zur HRT anzubieten, so die Autoren. Soja-Isoflavone seien angesichts der Studiendaten aber nicht geeignet.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Soja ist nicht der Stoff gegen alles

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