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Corona-Splitter der KW 52

„Sterberate bei COVID-19 könnte wieder steigen“

In den ersten sechs Pandemie-Monaten haben sich die Überlebenschancen bei schwerer COVID-19 deutlich verbessert. Steigende Erkrankungszahlen könnten die Fortschritte aber wieder zunichtemachen, warnen US-Forscher.

Anne BäurleVon Anne Bäurle und Wolfgang GeisselWolfgang Geissel und Marco MrusekMarco Mrusek und Denis NößlerDenis Nößler Veröffentlicht:
Spezifische monoklonale Antikörper können SARS-CoV-2 neutralisieren.

Intensiv-Schwester am Limit: Die Dauerbelastung könnte auch auf die Versorgungsqualität gehen.

© Drazen / stock.adobe.com

Update vom 23. Dezember

Die Überlebens-Chancen von Schwerkranken mit COVID-19 haben sich im Verlauf der ersten sechs Monate während der Pandemie deutlich verbessert, berichten US-Forscher von der University of Pennsylvania. Sie haben Daten von 38.517 betroffenen Erwachsenen (Alter im Schnitt 70 Jahre) mit stationärer Therapie zwischen Januar und Juni in 955 US-Kliniken analysiert. Ermittelt wurde der Anteil der Patienten, die binnen 30 Tagen gestorben oder in ein Hospiz verlegt worden waren. Diese Rate variierte dabei stark zwischen den Häusern und reichte von 9 bis knapp 16 Prozent. Fortschritte wurden in einer Subgruppe von 398 Kliniken belegt, in denen jeweils mindestens zehn COVID-19-Patienten (insgesamt 27.801 Patienten, 72 Prozent der Gesamtgruppe) behandelt wurden. Bei 94 Prozent dieser Krankenhäuser ergab sich ein Rückgang der Rate um mindestens ein Viertel. Insgesamt war die Sterberate in solchen Kliniken besonders niedrig, in deren umliegenden Gemeinden COVID-19 relativ selten auftrat. Die Forscher vermuten daher, dass in stark beanspruchten Kliniken die Versorgungsqualität bei Betroffenen möglicherweise sinkt. Mit zunehmenden Erkrankungszahlen könnten die Sterberaten daher auch wieder steigen, warnen sie (JAMA Intern Med. 2020; online 22. Dezember).

Update vom 21. Dezember

Ein Cocktail monoklonaler Antikörper reduziert bei COVID-19-Patienten mit ambulanter Therapie die Viruslast, berichten Forscher von Regeneron Pharmaceuticals aus den USA. Sie haben Daten von 275 Betroffenen aus laufenden placebo-kontrollierten Studien der Phase I bis III ausgewertet. Die Patienten waren zu Beginn auf eine Immunreaktion auf das Virus (Antikörper-positiv oder -negativ) untersucht worden. Je ein Drittel von ihnen hatte nach dem Zufallsprinzip eine hohe (8 g) oder eine niedrige Dosis (2,4 g) des Präparats REGN-COV2 oder ein Placebo erhalten. Ein Endpunkt war die durchschnittliche Veränderung der Viruslast von Tag 1 bis 7, ein zweiter Endpunkt war die Nachfrage nach medizinischer Hilfe bis zum Tag 29. Ergebnis: Im Vergleich zur Placebogruppe nahm die Zahl der Viruskopien bei allen initial Antikörper-Negativen um 0,56 log10-Stufen ab, bei Antikörper-Positiven waren es 0,43 log10-Stufen. Die Reduzierung der Viruslast war bei beiden Dosierungen ähnlich. Der Anteil der Patienten mit medizinischer Hilfe betrug insgesamt 6 Prozent in der Placebogruppe und 3 Prozent in den Verumgruppen. Bei Antikörper-Negativen lag der Anteil bei 15 Prozent (Placebo) und 6 Prozent (Verum). Infusionsbedingte Nebenwirkungen sowie andere hypersensitive Reaktionen waren in der Verumgruppe auf Placeboniveau (NEJM 2020; online 17. September).

Liebe Leser, wir fassen die Corona-Studienlage nun wöchentlich zusammen. Eine Übersicht mit allen bereits veröffentlichten COVID-19-Splittern der vergangenen Wochen und Monate finden Sie hier:

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