Praxisführung

Veröffentlicht:
Jetzt geht’s los: In vielen Ländern startet die Impfkampagne gegen Schweinegrippe mit der Impfung der im Gesundheitswesen Beschäftigten.

Jetzt geht’s los: In vielen Ländern startet die Impfkampagne gegen Schweinegrippe mit der Impfung der im Gesundheitswesen Beschäftigten.

© Foto: dpa

Schweinegrippe: Flickenteppich bei Lösungen für die Massenimpfung

Der Start der Impfkampagne gegen Schweinegrippe verläuft nicht überall glatt. Der Teufel steckt oft im Detail. Das gilt auch für die Umsetzung von Pandemieplänen. Jedes Land hat einen eigenen Impfplan, und nicht überall haben sich Länder, Kassen und Vertragsärzte übers Honorar geeinigt.

Von Hauke Gerlof

Der Teufel steckt oft im Detail. Das gilt auch für die Umsetzung von Pandemieplänen. Inwieweit sollen niedergelassene Ärzte breit beteiligt werden - und so die Vertrauensbeziehung zwischen Arzt und Patient für die Impfung genutzt werden? Welche Rolle spielt der öffentliche Gesundheitsdienst? Welche Mengen des Impfstoffs werden bestellt? Erhalten die Impfstellen nur den Impfstoff oder gibt es fertige Impfsets mit den nötigen Kanülen etc?

Die Antworten auf diese Fragen sind in allen Bundesländern gesucht worden - und sie fallen teilweise sehr unterschiedlich aus. In Nordrhein-Westfalen ist der Entscheidungsprozess sogar weiter delegiert worden an die "unteren Gesundheitsbehörden". Dort entscheiden also meist die Gesundheitsämter, wer in die Impfung mit einbezogen wird. Die "Ärzte Zeitung" gibt auf dieser Doppelseite einen Überblick darüber, wie die einzelnen Lösungen in den Ländern aussehen und wie die Niedergelassenen beteiligt sind.

Nicht nur der Weg zur Entscheidung, wer impfen soll, fällt unterschiedlich aus. Unterschiede gibt es auch beim Honorar für die impfenden Ärzte. Es kristallisiert sich heraus, dass in keiner Region für die Impfung gegen Schweinegrippe ein Honorar bezahlt wird wie bei anderen Impfungen, etwa der saisonalen Influenza. Über das Honorar ist in allen KVen heftig gerungen worden. Ist der Aufwand je Impfung bei einer Massenimpfung vielleicht geringer? Möglich wäre das. Aber auf der anderen Seite dürfte die Diskussion der vergangenen Wochen den Beratungsbedarf bei Patienten deutlich gesteigert haben - also doch ein höherer Aufwand?

Wie dem auch sei: In den meisten Ländern haben sich die KVen in die Pflicht nehmen lassen und ein Honorar unter dem üblichen Satz akzeptiert. Meist wird jetzt zwischen 4,50 und sechs Euro gezahlt. Ob sich das rechnet und welcher Aufwand dafür getrieben werden muss - das muss jeder Praxischef für sich entscheiden.

Die Finanzierung der Impfungen erfolgt in den Ländern nicht direkt über die Kostenträger, sondern über einen Fonds, in den alle Mittel für die Impfung einfließen - also sowohl aus der GKV als auch von den privaten Versicherern. Der Fonds wird je nach Bundesland von Krankenkassen, von der KV oder vom Land verwaltet. Für die Abrechnung bedeutet das, dass nicht zwischen Kassen- und Privatpatienten unterschieden werden darf. Wie genau abgerechnet wird, über welche Ziffern, das muss jeder Arzt in seiner KV erfragen, soweit die beteiligt ist. Aber diese Unterschiede sind bei Impfungen ja nichts Besonderes.

Lesen Sie dazu auch:

Lesen Sie dazu auch: Vorerst bleibt der Ansturm auf die H1N1 Schweinegrippe -Impfung aus Schweinegrippe: Aufsteller weisen den Weg für Impfwillige

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Aufs richtige Pferd gesetzt

Mehr zum Thema

Praxisberater klärt auf

Warum Medizinische Fachangestellte kündigen

Das könnte Sie auch interessieren
Sie können die Anzahl an Impfanfragen kaum bewältigen?

© Doctolib

Digitales Impfmanagement

Sie können die Anzahl an Impfanfragen kaum bewältigen?

Anzeige | Doctolib GmbH
Tipps und Umsetzungshilfen für ein optimales Impfmanagement

© Doctolib / Corporate Design

Kostenloser Ratgeber

Tipps und Umsetzungshilfen für ein optimales Impfmanagement

Anzeige | Doctolib GmbH
50% Rabatt auf das digitale Impfmanagement von Doctolib

© Doctolib / Corporate Design

Exklusives Angebot

50% Rabatt auf das digitale Impfmanagement von Doctolib

Anzeige | Doctolib GmbH
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Claudia Vollbracht, Humanbiologin und medizinische Wissenschaftlerin beim Unternehmen Pascoe

© [M] Privat; Levan / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie Vitamin-C-Infusionen bei COVID-19 helfen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

© Maksim Tkachenko / Getty Images / iStock

SARS-CoV-2 und COVID-19

Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
„Wenn eine Impfpflicht nicht gewollt ist – und ich will sie auch nicht –, dann gibt es politisch nur eine Alternative: Die Aufhebung aller staatlich veranlassten Restriktionen“: KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister.

© Stepanie Pilick / Springer Medizin Verlag

Vertreterversammlung

KBV-Vorstand fordert: Alle staatlichen Corona-Maßnahmen aufheben!

In der Rheuma-Therapie geht es zunehmend um sehr personalisierte Therapiekonzepte, die rasch komplex und anspruchsvoll werden können.

© Iuliia / stock.adobe.com

DGRh-Kongress

Immer komplexere Rheuma-Versorgung ist der Preis des Erfolgs