Ärzte Zeitung, 22.12.2009

Im Ausland studiert: Jetzt fallen die Hürden für Ärzte

Ärzte, die ihre Ausbildung oder auch nur einen Teil davon im Ausland absolviert haben, wissen es: Nicht jeder Abschluss oder jede Weiterbildung wird in Deutschland problemlos anerkannt. Und was die Betroffenen fast immer haben: einen Dauerlauf von einer Behörde zur nächsten. Und das, obwohl es in Deutschland stellenweise an Ärzten fehlt. Und obwohl breit gefächerte Erfahrungen - auch aus dem Ausland - in der Medizin wichtig sind.

Um so erfreulicher, dass die neue Regierung in diesem Bereich längst tätig geworden ist. Die Eckpunkte für eine bessere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse stehen nicht nur. Sie sind vom Bundeskabinett bereits abgesegnet worden. Für Mediziner, die im Ausland studiert oder sich weitergebildet haben, und auch für ausländische Ärzte, die sich hier niederlassen oder anstellen lassen wollen, heißt das ganz konkret: Sie sollen künftig eine zuständige Erstanlaufstelle genannt bekommen, die ihnen den Weg durch die Verfahren und zu den jeweils zuständigen Behörden und Stellen weist.

Viel wichtiger ist aber, dass bei festgestellter Gleichwertigkeit von Qualifikationen diese auch anerkannt werden oder dass es zumindest eine Teilanerkennung gibt. Damit konnten bislang ohne weitere Hürden nur Mediziner rechnen, die ihre Abschlüsse oder Weiterbildung in Ländern gemacht hatten, die der EU angehören oder mit denen ein Bildungsabkommen besteht. Außerdem sollen künftig auch Zeiten einschlägiger Berufserfahrung berücksichtigt werden. Und es soll bundeseinheitliche Kriterien für die Anerkennungsverfahren geben. (reh)

Inhalt Jahresendausgabe 2009
Topics
Schlagworte
Jahresendausgabe 2009 (79)
Organisationen
KBV (7319)
KV Hamburg (458)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So rechnen Ärzte IGeL korrekt ab

IGeL-Abrechnungen führen immer wieder zu Streit mit Patienten oder privaten Kostenträgern, der bis vor den Kadi geht. Hier kommt es auf Details an – und Finger weg von Pauschalen! mehr »

Wer an Darmkrebs stirbt, hat oft das Screening vernachlässigt

Wie wichtig ein regelmäßiges Darmkrebs-Screening ist, wird in einer Untersuchung erneut deutlich. Bei den allermeisten Darmkrebstodesfällen war dies vernachlässigt worden. mehr »

Wieviel Notdienstpflicht tut not?

Die KV Bayerns muss nach einem Urteil des BSG die Regeln für den ärztlichen Notfalldienst überarbeiten. Die Richter gaben einem Orthopäden recht, der sich gegen Sonderregelungen gewehrt hatte. mehr »