Direkt zum Inhaltsbereich

Sparstrumpf für Pflege - wie gestrickt?

In der Pflege soll eine Kapitalsäule eingezogen werden. Wie, ist unklar.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

Die Kanzlerin spricht von einem "heißen Eisen". Gemeint ist die Ergänzung der Umlagefinanzierung in der Pflege um eine Kapitaldeckung. Diese Ergänzung zu schaffen, sagt Angela Merkel, "ist zwingend".

FDP-Pflegeexperte Heinz Lanfermann sieht das ähnlich. "Am Kapitalstock geht kein Weg vorbei." Das Wunschmodell der Liberalen sei eine Prämie, die mit einem kleinen Eurobetrag startet. "Diese Prämie soll von allen gezahlt werden." Wichtig ist Lanfermann, dass das Kapital vor dem Zugriff des Staates geschützt wird. "Mündelsicher" müsse es sein. "Der Kapitalstock darf nicht rückholbar sein", pflichtet der pflegepolitische Sprecher der Union, Willi Zylajew, bei. Schnellschüsse dürfe die Koalition bei der Pflege aber nicht produzieren. "Das ist ein sensibles Feld."

Heinz Rothgang, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Bremen, warnt derweil vor dem Irrglauben, mit der Entscheidung für Kapitaldeckung seien alle Probleme vom Tisch. Zunächst einmal heiße das nur: "Die Finanzlast wird von der Zukunft in die Gegenwart gezogen." Die Gretchenfrage laute: Wie wird die Kapitalsäule in der Pflege eingezogen? Konkrete Antworten darauf habe er im Koalitionsvertrag vergeblich gesucht, so Rothgang. Probleme werfe die Kapitaldeckung in jedem Fall auf. Sorgten Jüngere für den Pflegefall vor, profitiere die Pflegeversicherung noch nicht davon. Das Geld fließe ja erst später in den Topf. Verdonnere man die Rentner dazu, einen Zusatzbeitrag zu zahlen, stelle sich die Frage: "Ist das zumutbar?" Das FDP-Modell sehe am Anfang kleine Prämien vor. Doch was zunächst "unschuldig" daher komme, schaukele sich rasch zu einem hohen Betrag hoch. "Am Ende hätten wir eine Umverteilung von unten nach oben."

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Auswirkungen auf ambulante Versorgung

MEDI-Umfrage: Vertragsärzte warnen vor Folgen der Rotstift-Politik

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ascariasis

Wurm in der Hose: Was tun bei hartnäckigem Spulwurmbefall?

Fehlende Folgediagnosen verfälschen das Bild

Zi: Endometriose wird in Abrechnungsdaten häufig unterschätzt

Lesetipps
Karzinom in der Bauchspeicheldrüse in schematischer Darstellung

© Crystal light / stock.adobe.com

Chance auf frühe Diagnose?

Pankreaskrebs: Welche Verschreibungen Verdacht wecken sollten

Eine Agarplatte mit angewachsenen Pilzkolonien.

© Saiful52 / stock.adobe.com

Prophylaxe, Diagnostik und Therapie

Pilzinfektionen in der Hämatologie/Onkologie: So gehen Sie vor

Körpersprache ist stärker als das gesprochene Wort. Man kann aufgebrachten Patienten daher durchaus auch die Handfläche zeigen, also leicht ausgestreckter Arm, man zeigt die Handfläche und signalisiert dem Patienten „Stopp“, so Praxisberaterin Christiane Fleißner-Mielke.

© Doodeez / Stock.adobe.com

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren