Berufspolitik

Bürokratieabbau im Kleinen und Lobbyarbeit im Großen

Das Thema Bürokratieabbau ist in den KVen und in der KBV präsent. Bei letzterer gibt es inzwischen ein Referat für Regulierungsfragen. Und die KV Westfalen-Lippe bemüht sich, die absurden Ausmaße des Verwaltungswustes weiter mit Daten zu belegen.

Veröffentlicht: 22.12.2009, 05:00 Uhr

Jüngstes Projekt der KV Westfalen-Lippe ist die Untersuchung der Kosten, die allein die GKV-Abrechnung in den Praxen verursacht. 20 Modellpraxen haben sich dafür freiwillig gemeldet. In ihnen soll der Bürokratieaufwand durch Interviews mit Ärzten ermittelt werden. In einem zweiten Schritt plant die KV dann weitere Untersuchungen, bei denen wesentlich mehr Praxen beteiligt werden sollen.

Als Initiator der ersten Bürokratiekostenmessung in Arztpraxen hat sich die KV eine Verschlankung der Verwaltungsabläufe besonders auf die Fahnen geschrieben. Deshalb hat sie zum Beispiel eine Liste von Ultraschallgeräten erarbeitet, aus der Ärzte ersehen können, ob ihre Sono-Apparate in Zukunft nach der neuen Ultraschallvereinbarung noch zugelassen sein werden. Damit erspart die KV es den Ärzten, bei den Herstellern die Gewährleistungserklärungen einholen und das entsprechende Formular an die KV schicken zu müssen (wir berichteten). Weiterhin wird die Anerkennung einer Psychotherapie ab dem ersten Quartal 2010 papierlos laufen.

Zudem will die KV in Zukunft die teils uneinheitlichen Abläufe bei den Vorsorgeuntersuchungen sowie den Aufwand beim Einzug der Praxisgebühr stärker ins Visier nehmen. Vorgesehen ist auch, Formulare besser in die Praxissoftware zu integrieren und Doppeldokumentationen überflüssig zu machen. Als Beispiel nennt die Kassenärztliche Vereinigung hier die Formulare für die Urlaubs- und Krankheitsvertretung.

Ihr Gewicht will auch die KBV noch stärker als bisher einbringen, um auf Bundesebene entscheidende Stellen - besonders den Gemeinsamen Bundesausschuss und den GKV-Spitzenverband - für das Thema Bürokratieabbau zu sensibilisieren. Mit der Schaffung eines Referats für Regulierungsfragen sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass unnötige, überzogene und unpraktikable Regelungen gar nicht erst entstehen. Zudem seien die Ergebnisse einer Bürokratiekostenmessung in den Normenkontrollrat beim Kanzleramt eingebracht worden.

Eine bessere Regulierung äußert sich für die KBV aber auch einer besseren Kundenorientierung im täglichen Verwaltungsgeschäft. Dazu gehörten etwa Ansprechpartner, die bei der Bearbeitung abteilungsübergreifender Anliegen helfen. (juk)

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