Ärzte Zeitung, 22.12.2009

Nordrhein schaut in die Röhre, weil die RLV zu knapp sind

Die KV Nordrhein (KVNo) mahnt dringend eine Korrektur der Honorarreform an. "Der Geburtsfehler der Reform, einen einheitlichen Orientierungspunktwert ohne einheitliche Leistungsmenge festzulegen, hat zu großen Disparitäten zwischen den KVen geführt", sagt der scheidende KVNo-Vorsitzende Dr. Leonhard Hansen. Wegen dieses Missstands stünden Nordrhein und Westfalen-Lippe jetzt am Ende der Honorarskala, moniert er.

In beiden KVen seien die Regelleistungsvolumina (RLV) zu knapp bemessen. "Bei einem einheitlichen Orientierungswert ist eine bundesweite Angleichung des Leistungsbedarfs je Versichertem zwingend erforderlich, was bisher unterblieben ist", betont Hansen. "Man kann es drehen und wenden, wie man will. Die finanzielle Decke in Nordrhein ist einfach zu kurz."

Hansen verweist auf die unbezahlten Leistungen der Regelversorgung. Im ersten Quartal 2009 haben 92 Prozent der rheinischen Hausärzte ihre RLV überschritten und 80 Prozent der Fachärzte. Nur elf Prozent aller Ärzte haben ihr Regelleistungsvolumen unterschritten. "Ein Drittel aller erbrachten Leistungen wird in Nordrhein weiterhin praktisch nicht bezahlt", sagt der KVNo-Chef. "Die Honorarreform hat dieses Problem für Nordrhein nicht gelöst."

Die in 2009 gemachten bitteren Erfahrungen mit der Umsetzung der Honorarreform haben für Hansen eines deutlich gezeigt: "Zentrale Reformen müssen mindestens durch regionalisierte Einstiegsphasen begleitet werden."(iss)

Inhalt Jahresendausgabe 2009

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »