Ärzte Zeitung, 22.12.2009

Abbau-Vorschläge: Oft wenig praxisrelevant

Im April 2006 machte sich eine von der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ins Leben gerufene Arbeitsgruppe schon einmal daran zu überprüfen, wo im Gesundheitswesen Bürokratie abgebaut werden kann. Die Arbeit gipfelte in 20 Vorschlägen, die im Juni 2006 vorgestellt wurden. Allein neun davon befassten sich mit Verbesserungen bei den Disease-Management-Programmen (DMP).

Rückblickend bewertet Allgemeinarzt Dr. Dr. Peter Schlüter aus Baden-Württemberg die Vorschläge nicht als Beitrag zum Abbau von Bürokratie, sondern nur als Versuch, herrschendes Chaos zu beseitigen. Der einzige Beschluss der Arbeitsgruppe, der bei den DMP wirklich auf eine Vereinfachung abziele, diene nicht den Arztpraxen, sondern den Mitarbeitern des Bundesversicherungsamtes. Ebenso verhalte es sich mit den meisten anderen Vorschlägen: Sie seien entweder nicht praxisrelevant oder aber in den Arztpraxen nicht angekommen, so Schlüter.

Allzu viel Hoffnung hat er nicht, dass es beim Bürokratieabbau Fortschritte geben wird. "Schaue ich mir die Beschlüsse der KBV in Bezug auf die notwendigen Änderungen an, so fehlen einfach die Taten, die erfolgen würden, würde man die wirklichen Belange der Basis kennen."

Inhalt Jahresendausgabe 2009
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »